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Donald Trump muss seinen Chefstrategen gehen lassen. Von Groll zwischen ihm und Bannon ist allerdings nichts zu spüren.
Donald Trump muss seinen Chefstrategen gehen lassen. Von Groll zwischen ihm und Bannon ist allerdings nichts zu spüren.(Foto: REUTERS)
Samstag, 19. August 2017

"Noch besser als jemals zuvor": Trump lobt Bannon - und wirbt für Breitbart

Wer meint, US-Präsident Trump und Ex-Berater Steve Bannon wären nach dessen Abgang aus dem Weißen Haus nicht gut aufeinander zu sprechen, irrt: Während sich Bannon an die Spitze von Breitbart News setzt, macht Trump kräftig Werbung für das rechte Onlineportal.

Nachdem Steve Bannon nach nur einem Jahr an der Seite von Donald Trump seinen Job als Chefstratege im Weißen Haus an den Nagel gehängt hat, würdigte der US-Präsident seinen Ex-Berater nun in einem Tweet über Gebühr. "Ich möchte Steve Bannon für seinen Dienst danken", schrieb Trump. "Er stieß während meines Rennens gegen die betrügerische Hillary Clinton zu meinem Wahlkampf - es war großartig! Danke S." Gleichzeitig stellte sich der US-Präsident klar hinter die rechtsnationalistische Nachrichtenseite Breitbart News, zu der Bannon nach seinem Abgang aus dem Weißen Haus als Chef zurückgekehrt ist.

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"Steve Bannon wird die taffe und kluge neue Stimme von Breitbart News sein", schrieb Trump in einem zweiten Tweet. "Vielleicht sogar noch besser als jemals zuvor. Fake News brauchen den Wettbewerb." Im Präsidentschaftswahlkampf hatte sich das Portal darauf verlegt, mit allen erdenklichen Mitteln die Demontage der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton zu betreiben. Breitbart News geht zudem auf Frontalkurs gegen die traditionellen Medien, den auch von Trumps mehrfach als "Fake News" verschmähten Nachrichtensender CNN verspottete die Website als "Clinton News Network".

Breitbart News hat sich - auch durch die Präsidentschaftskandidatur von Donald Trump - zu einer der einflussreichsten rechtspopulistischen Websites der Welt entwickelt. Sie steht zudem der rechtsextremen Alt-Right-Bewegung nahe. Das "Alt" steht dabei für "Alternative" - die Bewegung präsentiert sich als Gegenstück zum konservativen Establishment. Ihre Unterstützer hängen der Theorie an, die weiße Rasse sei überlegen. Sie träumen von einem weißen, männlich geprägten Amerika ohne Einwanderung.

Ultrarechte Inhalte und Boulevard

Diese Ideologie spiegelt sich auch in den Inhalten von Breitbart News wider. Die Plattform lebt von der Verbreitung einer unauflöslichen Mixtur aus ultrarechten Nachrichten, schonungsloser Meinungsmache und boulevardesken Elementen. Schlagzeilen lauteten etwa "Geburtenkontrolle macht Frauen unattraktiv und verrückt" oder "München baut eine Mauer, um die Bürger vor Migranten zu schützen". Bannon selbst suggerierte in einem seiner Texte, dass Aggressivität und Gewalttätigkeit in der Natur von Schwarzen lägen.

Laut Breitbart News übernahm Bannon noch am Freitag wieder die Führung des umstrittenen Internetportals. Er kündigte an, als Chef der Medienseite wieder für Trump "in den Krieg" ziehen zu wollen. Seine Gegner benannte er ganz klar: Trumps Widersacher "im Kapitol, in den Medien, in Amerikas Unternehmen". Von dem Wirbel um Bannons Tätigkeit an der Seite Trumps und dem Abgang im Eklat verspricht sich Breitbart News nun weiteren Auftrieb.

Quelle: n-tv.de