Politik

"Der IS verehrt Obama" Trump nennt Obama "Gründer" des IS

Hillary Clinton ruft ihren Konkurrenten Donald Trump auf, sich bei seinen verbalen Attacken zu mäßigen. Doch der denkt gar nicht daran. Jetzt nennt er den US-Präsidenten den Gründer des IS und Hillary eine Mitbegründerin.

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat US-Präsident Barack Obama als "Gründer" der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bezeichnet. "Und ich würde sagen, die Mitbegründerin ist die schurkige Hillary Clinton", sagte Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat Florida über seine demokratische Rivalin. Trump spielte damit auf die Zeit der Besetzung des Irak zwischen 2003 und 2011 an, während der sich Vorläufer des IS bildeten. Clinton war von 2009 bis 2013 Außenministerin, Obama ist seit 2009 im Amt. Trump wirft im Wahlkampf Obama und Clinton immer wieder vor, mit ihrer Außenpolitik das Entstehen des IS begünstigt zu haben.

"Der IS verehrt Obama", fügte er hinzu. Mehrere Medien berichten außerdem, Trump habe demonstrativ auch den zweiten Vornamen des US-Präsidenten, Hussein, genannt. Das gleiche hatten häufig Kritiker Obamas gemacht, die behaupteten, Obama sei kein Christ, sondern Muslim. Trump warf Obama und Clinton außerdem erneut vor, die Worte "radikal islamistischen Terrorismus" nicht in den Mund nehmen zu wollen. Der Präsident weigere sich, die Dinge beim Namen zu nennen, so Trumps Anschuldigung. Auch Clinton vermeide den Begriff.

Obama hatte dazu bereits im Juni Stellung genommen. "Was genau würde es bringen, den Islamischen Staat 'radikale Islamisten' zu nennen?", entgegnete er. Solche Begrifflichkeiten seien nur Worthülsen. Wie er den Terrorismus nenne, spiele keine Rolle. In der gleichen Rede hatte Obama betont, dass die Bürger Muslime nicht über einen Kamm scheren dürften.

Seine Worte waren auch eine Reaktion auf den kurz zuvor von Trump geforderten Einreisestopp für alle Muslime. Trump hatte das nach dem Anschlag in Orlando vorgeschlagen, bei dem der Täter ein muslimischer Amerikaner war, der sich zum IS bekannte. Zudem hatte Trump in einem Interview mit Fox News Andeutungen gemacht, die so klangen, als habe Obama etwas mit dem Anschlag zu tun gehabt.

Zuletzt sorgte Trump mit einer zweideutigen Äußerung für Empörung. Kritiker legten sie teilweise als Aufruf an Waffenbesitzer aus, Clinton zu erschießen. Trump erklärte später, er habe die Waffenfreunde nur aufrufen wollen, im November zur Wahl zu gehen. Trump liegt derzeit in Umfragen bis zu zehn Prozentpunkte hinter der ehemaligen Außenministerin.

Quelle: n-tv.de, hul/AFP

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