Politik

Anwesende "erschrocken" Trump sprach bei G20 privat mit Putin

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Wladimir Putin und Donald Trump hatten viel zu besprechen.

(Foto: AP)

Schon die Länge des offiziellen Gesprächs zwischen Trump und Putin beim G20-Gipfel ließ aufmerken. Nun wird bekannt, dass es in Hamburg ein zweites Gespräch der beiden Präsidenten gab - nur mit Dolmetscher. Beobachter waren "verwirrt", heißt es.

US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin haben beim G20-Gipfel in Hamburg nach ihrer mehr als zweistündigen Unterhaltung ein zweites Mal miteinander gesprochen. Die beiden Staatschefs hätten sich beim späteren Abendessen erneut ausgetauscht, teilte das Weiße Haus mit. Die Mitteilung löste in Washington Spekulationen aus, worum es bei dem Gespräch ging, wer außer den Präsidenten beteiligt war und warum es bisher unerwähnt geblieben war.

Trump soll sich während des Abendessens der Staats- und Regierungschefs in der Hamburger Elbphilharmonie von seinem Platz neben Japans Ministerpräsident Shinzo Abe entfernt und allein neben Putin gesetzt haben. Das Gespräch der beiden, begleitet nur von einem russischen Dolmetscher, habe rund eine Stunde gedauert, heißt es in den Berichten. Über Inhalte ist nichts bekannt. Die Unterhaltung sei vertraulich gewesen, sagte ein Mitarbeiter des Weißen Hauses der "New York Times" zufolge.

Ein anderer Vertreter des Weißen Hauses erklärte hingegen, es habe kein "zweites Treffen" zwischen Trump und Putin bei dem G20-Gipfel gegeben, es habe sich vielmehr um eine "kurze Unterhaltung am Ende des Abendessens" gehandelt. "Die Andeutung, dass das Weiße Haus versucht hat, ein zweites Treffen zu 'verbergen', ist falsch, boshaft und absurd", erklärte der US-Vertreter.

Er führte aus, dass Trumps Frau Melania während des Gipfelessens neben Putin platziert gewesen sei. Im Laufe des Essens seien alle anwesenden Staats- und Regierungschefs durch den Raum geschritten, um sich ungezwungen miteinander zu unterhalten. Trump habe mit vielen Teilnehmern gesprochen, sei am Ende des Essens schließlich zu seiner Frau gegangen und habe bei dieser Gelegenheit kurz mit Putin gesprochen.

"Wirklich komisch"

Der Vorsitzende der Eurasia Group, eine Beratungsfirma aus Washington, sagte der Zeitung, "fast alle bei dem Abendessen fanden das wirklich komisch, dass der Präsident der Vereinigten Staaten zeigen will, dass er persönlich ein besseres Verhältnis zu Putin hat als alle von uns, oder, dass es ihm einfach egal ist". Die Anwesenden seien "verblüfft, verwirrt und erschrocken" gewesen.

Trump steht wegen der Russland-Kontakte seines Wahlkampfteams unter Druck. In der Affäre ermitteln derzeit mehrere Kongressausschüsse sowie die Bundespolizei FBI und der vom Justizministerium eingesetzte Sonderermittler Robert Mueller. Sie gehen dem Verdacht möglicher Absprachen zwischen Trump-Mitarbeitern und der Führung in Moskau während des Präsidentschaftswahlkampfes im vergangenen Jahr nach.

Zuletzt war der Druck auf Trump durch Enthüllungen über seinen ältesten Sohn nochmals gewachsen. Donald Trump junior gab zu, sich 2016 inmitten des Wahlkampfes mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja und weiteren Personen getroffen zu haben - in der Erwartung, belastendes Material über die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zu erhalten.

Quelle: n-tv.de, rpe/dpa/AFP

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