Politik

"Fühlte mich nicht so gut" Trump steht "die wahre Prüfung" noch bevor

Donald Trump geht es nach eigenen Angaben besser. In einem Video räumt der US-Präsident aber ein, sich bei seiner Einweisung in die Klinik zunächst "nicht so gut" gefühlt zu haben. Die kommenden Tage seien nun von entscheidender Bedeutung: "Wir werden sehen, was passiert."

Nach der Infektion mit dem Coronavirus hat US-Präsident Donald Trump in einer Videobotschaft betont, dass die kommenden Tage entscheidend für den Verlauf seiner Genesung sein dürften. "Ich fange an, mich wieder gut zu fühlen", sagte Trump im Video aus dem Krankenhaus. In den nächsten Tagen komme aber "die wahre Prüfung" - "wir werden sehen, was passiert", sagte der Präsident.

Am Samstagmittag zitierten Reporter, die Trump normalerweise begleiten, eine informierte Quelle, wonach die Werte des Präsidenten in den vergangenen 24 Stunden "sehr besorgniserregend" gewesen seien. Die nächsten 48 Stunden seien entscheidend, hieß es. "Wir befinden uns noch immer nicht auf einem klaren Weg zu einer vollständigen Genesung."

"Als ich hierherkam, fühlte ich mich nicht so gut. Jetzt fühle ich mich viel besser", sagte Trump in seiner Videobotschaft. Seine Stimme klang etwas belegt und er wirkte leicht kurzatmig. "Ich muss zurückkommen, weil wir immer noch Amerika wieder groß machen müssen", sagte der Präsident in Anspielung auf sein Wahlkampf-Motto. "Ich denke, ich werde bald zurück sein."

Zugleich verteidigte Trump seine Vorgehensweise in den vergangenen Monaten, in denen er viele öffentliche Auftritte und Wahlkampfreisen absolvierte - und dabei oft auf Vorsichtsmaßnahmen wie das Tragen einer Maske verzichtete. "Ich hatte keine Wahl, ich konnte nicht einfach nur im Weißen Haus bleiben", sagte er. "Als Anführer muss man Probleme angehen." Mit Blick auf die US-Präsidentenwahl am 3. November sagte Trump, er wolle "den Wahlkampf so abschließen, wie er begonnen hat".

Auch Trumps Wahlkampfchef infiziert

Trump war am Freitagabend (Ortszeit) ins Militärkrankenhaus Walter Reed in Bethesda bei Washington geflogen worden. Das Weiße Haus sprach von einer Vorsichtsmaßnahme auf Empfehlung der Ärzte. Nach Trumps Infektion wurden immer mehr Ansteckungen in seinem Umfeld bekannt. Auch Trumps Wahlkampfchef Bill Stepien wurde positiv auf das Virus getestet, wie das Wahlkampfteam in der Nacht zu Samstag bestätigte. Der Republikaner Trump musste öffentliche Auftritte einen Monat vor der Wahl aussetzen. Sein demokratischer Herausforderer Joe Biden setzt seinen Wahlkampf dagegen fort.

Trumps Leibarzt Sean Conley sagte am Samstag am Krankenhaus: "Heute Morgen geht es dem Präsidenten sehr gut." Die ersten sieben bis zehn Tage seien die wichtigsten, um den weiteren Krankheitsverlauf zu bestimmen. "Zum jetzigen Zeitpunkt sind das Team und ich sehr zufrieden mit dem Fortschritt, den der Präsident gemacht hat."

Conley wich der wiederholt gestellten Frage aus, ob Trump im Verlauf der Infektion zusätzlichen Sauerstoff bekommen habe. Derzeit sei das nicht der Fall, sagte er. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf zwei Quellen aus dem Umfeld des Weißen Hauses, dass Trump am Freitag Atemprobleme gehabt habe und seine Sauerstoffwerte gefallen seien. Das habe die Ärzte dazu veranlasst, ihm zusätzlichen Sauerstoff zu verabreichen und ihn ins Walter-Reed-Krankenhaus zu verlegen.

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Trumps Leibarzt sagte, der Präsident habe in der Nacht zu Freitag Fieber gehabt, sei inzwischen aber seit 24 Stunden fieberfrei. Zur Höhe des Fiebers wollte Conley keine Angaben machen. Er sagte, Trump habe unter leichtem Husten, Nasenverstopfung und Müdigkeit gelitten. Diese Symptome besserten sich. Der Arzt Sean Dooley sagte, Trump habe am Morgen gesagt, er habe das Gefühl, er könne das Krankenhaus verlassen. Das sei "sehr ermutigend" gewesen.

Conley hatte bereits in der Nacht zu Samstag mitgeteilt, Trump werde mit dem Medikament Remdesivir behandelt. Der Arzt sagte, vorgesehen sei derzeit eine Behandlung über fünf Tage. Sollte dies erforderlich sein, werde Trump in dieser Zeit voraussichtlich im Krankenhaus bleiben. Das werde jeden Tag überprüft. Conley wollte kein Datum für eine Entlassung Trumps aus dem Krankenhaus angeben.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa