Politik

Streit um Uran und HormusTrump tritt bei Iran-Deal auf die Bremse

24.05.2026, 17:20 Uhr
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Trump hofft auf die Öffnung der wichtigen Meerenge von Hormus. (Foto: Roberto Schmidt/Getty Images)

Noch vor wenigen Stunden hieß es: Die USA und der Iran stehen kurz vor einer Einigung, um Frieden zu schließen. Jetzt rudert der US-Präsident aber höchstpersönlich zurück. Trumps Unterhändler sollen bitte nichts überstürzen. Gegenüber Netanjahu gibt er sich siegessicher.

US-Präsident Donald Trump weist seine Diplomaten nach eigenen Angaben an, ein Abkommen mit dem Iran nicht zu überstürzen. Die Zeit sei auf der Seite der USA, erklärte er weniger als einen Tag nach seiner Ankündigung, dass eine Vereinbarung mit Teheran bereits weitgehend ausgehandelt sei. Die Blockade bleibe in vollem Umfang in Kraft, bis ein Abkommen erzielt, zertifiziert und unterzeichnet sei, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Beide Seiten müssten sich Zeit nehmen, um es richtig zu machen. "Es darf keine Fehler geben!" Die Beziehungen zum Iran würden viel professioneller und produktiver.

Das Abkommen zum Kriegs-Ende soll die strategisch wichtige Straße von Hormus wieder öffnen, schrieb Trump zuvor auf Truth Social. Die letzten Details der Vereinbarung würden derzeit besprochen und in Kürze bekannt gegeben. US-Außenminister Marco Rubio erklärte bei einem Besuch in Indien, dass weitere Neuigkeiten im Tagesverlauf folgen könnten. Möglicherweise gebe es "in den kommenden Stunden" positive Nachrichten zur Straße von Hormus, sagte er. Die Schließung der Meerenge durch den im Februar begonnenen Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran hatte eine weltweite Energiekrise ausgelöst und ist offenbar ein wesentlicher Knackpunkt in den Friedensverhandlungen.

Dem US-Portal "Axios" und iranischen Medienberichten zufolge sieht der Entwurf des Abkommens ein stufenweises Vorgehen bei der Öffnung der Straße von Hormus vor. In einer ersten Phase soll der Krieg formell beendet und die Blockade iranischer Häfen durch die USA aufgehoben werden. Zudem sollen die USA Ausnahmeregelungen für Sanktionen gegen iranisches Öl erlassen. Im Gegenzug soll der Iran auf Gebühren für Schiffe in der Straße von Hormus verzichten und zusichern, keine Atomwaffen anzustreben. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete zudem von einem gegenseitigen Nichtangriffspakt zwischen den USA, dem Iran und deren jeweiligen Verbündeten.

Streit um Uranabgabe

Der US-Präsident sicherte dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu nach israelischen Angaben zu, auf ein Ende des iranischen Atomprogramms zu beharren. Trump habe "deutlich gemacht, dass er in den Verhandlungen mit Blick auf seine seit langem erhobene Forderung nach einem Abbau des iranischen Atomprogramms und der Entfernung des gesamten angereicherten Urans standhaft bleiben wird", sagte ein ranghoher israelischer Regierungsvertreter. Trump habe Netanjahu in einem Telefonat am Samstag zugesichert, dass er kein "abschließendes Abkommen" unterzeichnen werde, in dem diese Bedingungen nicht enthalten seien.

Ein hochrangiger iranischer Insider dämpfte jedoch die Erwartungen an eine schnelle Lösung im Atomstreit und erklärte, dass die Führung in Teheran einer Abgabe ihrer Bestände an hochangereichertem Uran bisher nicht zugestimmt habe. Die Atomfrage sei nicht Teil des vorläufigen Abkommens. Diese solle erst in Verhandlungen über eine endgültige Vereinbarung thematisiert werden. Berichte, wonach der Iran der Ausfuhr seines hochangereicherten Urans zugestimmt habe, wies der Insider zurück. Zuvor hatten US-Medien berichtet, dass über die Zukunft der iranischen Uranbestände innerhalb von 30 bis 60 Tagen verhandelt werden solle. Trump hatte als Kriegsziel wiederholt genannt, den Iran am Bau von Atomwaffen hindern zu wollen. Der Iran bestreitet solche Absichten.

Ein Ende des Konflikts würde die Märkte entlasten, die weltweite Energiekrise jedoch wohl nicht sofort beenden. Der Chef des staatlichen Ölkonzerns der Vereinigten Arabischen Emirate, Adnoc, hatte kürzlich erklärt, dass selbst bei einem sofortigen Kriegs-Ende der Öltransport durch die Straße von Hormus nicht vor dem ersten oder zweiten Quartal 2027 wiederhergestellt sein dürfte. Unterdessen regt sich in Israel Widerstand gegen das Abkommen. Der israelische Politiker Benny Gantz forderte auf der Plattform X, Israel dürfe einer Waffenruhe im Libanon als Teil eines Deals mit dem Iran nicht zustimmen. Dies wäre ein strategischer Fehler. 

Quelle: ntv.de, mpa/rts/AFP

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