Politik

Neue Drohung gegen DänemarkTrump über Grönland: "Es wird erledigt werden!!!"

19.01.2026, 07:07 Uhr
00:00 / 03:03
FILE-PHOTO-U-S-President-Donald-Trump-speaks-at-a-ceremony-held-to-dedicate-a-4-mile-stretch-of-road-from-West-Palm-Beach-Airport-to-his-Mar-a-Lago-estate-as-President-Donald-J-Trump-Boulevard-at-the-Mar-a-Lago-estate-in-Palm-Beach-Florida-U-S-January-16-2026
Von seinem Herzensprojekt, Grönland den USA einzuverleiben, will Präsident Donald Trump nicht abrücken. (Foto: REUTERS)

Trump will Grönland - angeblich um die arktische Insel vor der "russischen Bedrohung" zu schützen. Dänemark habe in dieser Hinsicht versagt, behauptet der US-Präsident und verschärft noch einmal den Ton in Richtung Europa. Dort beraten die Länder über die nächsten Schritte.

Im Streit um Grönland hat US-Präsident Donald Trump Dänemark erneut vorgeworfen, nicht genug gegen die Bedrohung der arktischen Insel durch Russland zu tun. Seit zwei Jahrzehnten warne die Nato Dänemark vor der "russischen Bedrohung", schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. "Leider war Dänemark bisher nicht in der Lage, etwas dagegen zu unternehmen. Jetzt ist es an der Zeit, und es wird erledigt werden!!!" Trump ließ offen, welche konkreten Schritte er meint.

Der US-Präsident hat wiederholt deutlich gemacht, dass sich die USA die Insel einverleiben wollen - was die europäischen Nato-Partner vehement ablehnen. Bereits zuvor hatte Trump gewarnt, dass ansonsten Russland oder China das strategisch wichtige Territorium in der Arktis übernehmen würden. Grönland ist weitgehend autonom und gehört zum Staatsgebiet des Nato-Mitglieds Dänemark.

EU berät über Reaktion auf Zolldrohungen

Am Samstag hatte Trump Strafzölle gegen Deutschland und weitere Nato-Länder angekündigt. Die Maßnahme solle gelten, bis den USA der Kauf Grönlands erlaubt wird. Anstoß hatte der US-Präsident unter anderem an deren gemeinsamer militärischer Erkundungsmission auf Grönland genommen.

"Europa lässt sich nicht erpressen", sagte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Die acht Länder, für die bereits US-Zölle von zehn und 15 Prozent gelten, hatten zuvor in einer gemeinsamen Erklärung mitgeteilt, sie seien zum Dialog bereit. Die Zoll-Androhungen untergrüben die transatlantischen Beziehungen und riskierten eine gefährliche Abwärtsspirale. Am Donnerstag wollen die EU-Staats- und Regierungschefs auf einem Sondergipfel in Brüssel über die Antworten beraten.

Eine Option ist ein Paket von Zöllen auf US-Importe im Wert von 93 Milliarden Euro, das nach einer sechsmonatigen Aussetzung am 6. Februar automatisch in Kraft treten könnte. Dieses Paket scheine als erste Reaktion eine breitere Unterstützung zu finden, hieß es aus EU-Kreisen. Die andere Möglichkeit ist das bisher ungenutzte "Anti-Coercion Instrument" (ACI). Dieses könnte den Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen, Investitionen oder Bankgeschäften beschränken oder den Handel mit Dienstleistungen einschränken, bei dem die USA einen Überschuss mit der EU erzielen. Hier sei die Lage "sehr gemischt".

Quelle: ntv.de, hny/dpa

RusslandDonald TrumpGrönlandUSANatoDänemarkArktis