Politik

Ist Präsident noch ansteckend? Trump will wieder vor Anhängern sprechen

Etwas mehr als eine Woche nach seinem positiven Corona-Test will US-Präsident Trump wieder öffentlich vor Publikum auftreten. Am Weißen Haus will der Republikaner zu Anhängern sprechen - rund 2000 Menschen sollen dazu eingeladen worden sein. Ob Trump derzeit noch ansteckend ist, ist unklar.

US-Präsident Donald Trump versammelt am heutigen Samstag Anhänger vor dem Weißen Haus für seinen ersten öffentlichen Auftritt nach der Covid-19-Erkrankung. Trump werde bei einem "friedlichen Protest für Recht und Ordnung" auf der Südwiese seiner Residenz sprechen, teilte das Weiße Haus mit. US-Medien hatten zuvor berichtet, rund 2000 Personen seien eingeladen worden. Trump wolle sich vom Balkon des Weißen Hauses an sie wenden.

Nach wie vor ist unklar, ob der Präsident nicht mehr ansteckend ist. Trump sagte in einem am Freitagabend ausgestrahlten TV-Interview, er sei getestet worden, habe die Werte aber noch nicht bekommen. Er sei aber frei vom Virus oder "am unteren Ende der Skala", behauptete Trump. Er bekomme auch keine Medikamente mehr, "vermutlich seit acht Stunden oder so ähnlich", sagte Trump in dem im Laufe des Freitags aufgezeichneten Interview.

Es war das erste Mal seit der Erkrankung, dass der Präsident längere Zeit im Fernsehen zu sehen war. Trumps Leibarzt Sean Conley hatte am Donnerstag mitgeteilt, der Präsident werde ab Samstag wieder öffentliche Termine absolvieren dürfen. Er war nach offiziellen Angaben am Donnerstag vergangener Woche positiv getestet worden.

Maskenpflicht für Teilnehmer

Nach Medienberichten werden die Teilnehmer des Events am Weißen Haus strikt Masken tragen müssen. In den vergangenen Wochen fielen Trumps zahlreiche Wahlkampfauftritte dadurch auf, dass viele der Zuschauer weder Mundschutz trugen, noch Abstand hielten.

Ähnlich lief es auch ab bei einer Veranstaltung im Garten des Weißen Hauses am 26. September, bei der die Juristin Amy Coney Barrett als Trumps Kandidatin für das Oberste Gericht vorgestellt wurde. Danach wurden diverse Teilnehmer positiv getestet. Auch Trump und Präsidentengattin Melania könnten sich dort angesteckt haben. Der frühere Gouverneur des Bundesstaates New Jersey, Chris Christie, ist immer noch im Krankenhaus. Der renommierte US-Epidemiologe Anthony Fauci sprach von einem "Superspreader-Event" im Weißen Haus.

Trump wurde unter anderem mit einem experimentellen Antikörper-Mittel behandelt. Er bezeichnet es inzwischen als "Heilmittel". Trump sagte in dem Fernsehinterview, dass bei ihm zeitweise eine Stauung in der Lunge festgestellt worden sei - sein Leibarzt Conley hatte zuvor auf Fragen dazu nur von "erwarteten Befunden" gesprochen.

Trump plant weiteren Auftritt in Florida

Zuvor hatte Trump für Samstagabend einen Wahlkampfauftritt in Florida in Aussicht gestellt - zugleich aber eingeräumt, es sei noch unklar, ob das so kurzfristig organisiert werden könne. Jetzt wurde die Reise nach Florida für den Montag angekündigt. Florida zählt zu den wichtigen Bundesstaaten für die Präsidentenwahl am 3. November. Trump liegt dort in Umfragen hinter Herausforderer Joe Biden zurück - genauso wie auch in landesweiten Erhebungen.

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Unterdessen wurde die für kommende Woche geplante zweite TV-Debatte von Trump und Biden offiziell abgesagt. Die Kontrahenten sollen aber wie geplant am 22. Oktober aufeinandertreffen, wie die Veranstalter am Freitag mitteilten. Beide Seiten hätten für diesen Termin zugesagt.

Die Planungen für die Debatte am 15. Oktober gerieten durcheinander, als Trump an Covid-19 erkrankte. Die Kommission gab am Donnerstag bekannt, dass sie die Debatte online abhalten wolle, statt die Kandidaten in einem Raum zusammenzubringen. Trump sagte daraufhin seine Teilnahme ab. Biden setzte als Reaktion für den Tag eine Fragestunde mit Wählern an, die im Fernsehen übertragen werden soll. Trumps Wahlkampfberater Jason Miller sagte am Freitag, Trump werde sich an dem Tag auch Fragen der Wähler stellen - und zwar gleich in mehreren TV-Sendern. Die Kommission, die die Debatten veranstaltet, verwies nun darauf, dass die Kandidaten andere Pläne hätten.

Quelle: ntv.de, kst/dpa