Politik

Keine neuen Jobs durch Zölle Trumps Handelspolitik ging schief

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"Make America great again" war Trumps Slogan - laut einer Studie hat seine Handelspolitik nicht dabei geholfen.

(Foto: dpa)

Mit Getöse brach US-Präsident Trump Handelskriege vom Zaun und versprach, Jobs in die USA zurückzuholen. Eine neue Studie zeigt nun, dass ihm eher das Gegenteil gelungen ist. Sein Nachfolger will es anders machen.

US-Präsident Donald Trump hat einer Studie zufolge mit seiner aggressiven Handelspolitik nicht die gewünschten Erfolge erzielt. Weder die Kündigung und Neuverhandlung diverser Abkommen noch die zahlreichen Importzölle hätten Arbeitsplätze in den USA geschaffen oder Handelsdefizite erheblich gesenkt, geht aus einer neuen Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor.

"Lediglich das Handelsdefizit mit China ist im vergangenen Jahr etwas geschrumpft, aber schon in diesem Jahr wieder gestiegen", sagte Studienautorin Geraldine Dany-Knedlik. "Im Handel mit Europa und den anderen nordamerikanischen Staaten Kanada und Mexiko haben die Maßnahmen so gut wie gar nicht gewirkt." Insbesondere Stahl-, Computer- und Elektronikimporte aus China seien mit der Einführung der Zölle spürbar zurückgegangen. In anderen Bereichen wie etwa bei Haushaltsgeräten und elektronischen Komponenten sei es zwar ebenfalls zu einem Rückgang gekommen. Doch hätten die Zölle hier vor allem die Importe für amerikanische Unternehmen und Haushalte verteuert.

"Darin liegt die Crux der Trumpschen Handelspolitik: Er wollte US-Produkte durch die Zölle attraktiver machen. Stattdessen hat seine Politik die Produkte verteuert", sagte Studienautor Paul Berenberg-Gossler. Studien beziffern die Wohlfahrtsverluste der US-Konsumenten, die sich aus den bis Dezember 2018 erhobenen Importzöllen ergeben, auf jährlich mehr als 50 Milliarden Euro.

Insbesondere das Verarbeitende Gewerbe, das auf Importe aus China als Vorleistungen angewiesen sei, habe dadurch mit höheren Produktionskosten zu kämpfen, betonte das DIW. Dies betreffe vor allem die sogenannten "Rust Belt"-Staaten sowie Mississippi und Alabama. Etwa 75.000 Arbeitsplätze seien durch diese Politik verloren gegangen.

Biden hat andere Strategie

Trumps designierter Nachfolger Joe Biden hat bereits angekündigt, zunächst nichts an den Handelsvereinbarungen mit China zu ändern. "Ich werde nicht sofort Schritte unternehmen, und das betrifft auch die Zölle", sagte Biden Anfang Dezember der "New York Times". "Ich werde meine Möglichkeiten nicht einschränken."

Auch Biden will die heimische Wirtschaft aktiv fördern. Der Demokrat kündigt in seiner "Buy American"-Initiative an, die Nachfrage nach heimischen Industrieprodukten durch eine staatliche Beschaffungsinitiative und den Ausbau der Infrastruktur mit 400 Milliarden Dollar anzukurbeln. Regierungsaufträge sollen jenen Unternehmen vorbehalten sein, die überwiegend in den USA produzieren. Biden stellt zudem 300 Milliarden Dollar für Forschung und Entwicklung in Aussicht - etwa in den Bereichen 5G, Elektromobilität und Künstliche Intelligenz.

Quelle: ntv.de, vpe/rts

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