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Russland liefert Abwehrraketen Türkei und USA kooperieren in Syrien

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US-Elitesoldaten stehen in Nordsyrien auch von der Türkei unterstützen Kämpfern gegenüber.

(Foto: picture alliance / dpa)

Obwohl sie entgegengesetzte Ziele in Syrien verfolgen, wollen die USA und die Türkei gemeinsam patrouillieren. Unterdessen rüstet Russland das Regime mit neuen Flugabwehrwaffen aus und fordert den Abzug aller ausländischen Kräfte.

Nach dem Abschuss eines russischen Flugzeuges vor der syrischen Küste hat Moskau nach eigenen Angaben das syrische Militär mit dem modernen Luftabwehrsystem S-300 ausgestattet. Die Lieferung sei abgeschlossen, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu bei einer Sitzung des Sicherheitsrates in Moskau.

Die USA und die Türkei beginnen unterdessen mit der Ausbildung von Truppen für gemeinsame Patrouillen rund um das nordsyrische Manbidsch. Die gemeinsamen Militäreinsätze in Manbidsch waren im Juni vereinbart worden. Sie sollen unter anderem helfen, Spannungen zwischen der Türkei und den USA zu reduzieren sowie Kämpfe verschiedener Aufständischengruppen in der Gegend zu verhindern.

Die türkische Zeitung "Hürriyet" berichtet mit Verweis auf das Verteidigungsministerium, dass die ersten Soldaten, die an der Ausbildung teilnehmen, am Dienstag in der Türkei angekommen seien. Die Türkei und die USA haben im Syrienkrieg unterschiedliche Alliierte und Ziele. Die Türkei unterstützt Rebellengruppen, die USA arbeiten unter anderem eng mit der pro-kurdischen Miliz YPG zusammen, die von der Türkei als Terrororganisation eingestuft wird. Moskau ist dagegen eine Schutzmacht Syriens und rüstet das syrische Militär nun mit dem modernen Luftabwehrsystem S-300 auf.

Syrien habe weiteres technisches Gerät erhalten, sagte Schoigu. Das syrische Militär solle binnen drei Monaten im Umgang mit dem modernen System geschult werden, sagte der Verteidigungsminister. Russische Medien zeigten ein Video des Militärs, das angeblich die Ankunft von einer S-300 in Syrien zeigte. Aus einem großen Frachtflieger wurden bei Nacht die auf einen Lastwagen montierten Raketen entladen. Ort und Zeit der Aufnahme waren nicht zu erkennen.

Putin kündigt Abzug an

Hintergrund der Lieferung war der Abschuss eines russischen Aufklärungsflugzeuges mit 15 Soldaten über dem Mittelmeer nach einem Fehltreffer der syrischen Luftabwehr. Die Syrer hatten mit dem alten russischen System S-200 eigentlich auf vier angreifende israelische F-16-Jets gezielt. Moskau machte Israel für den Vorfall verantwortlich und kündigte die Lieferung der modernen Flugabwehr an. Zudem will Russland die Kommunikation aller Kampfflugzeuge kontrollieren und lahmlegen, die syrisches Territorium angreifen wollen. Damit droht weiter eine Eskalation zwischen Israel und Russland, denn Israel behält sich vor, auch in Zukunft Stellungen seines Erzfeindes Iran in Syrien zu attackieren.

Unterdessen sprach sich Putin für einen vollständigen Abzug ausländischer Truppen aus Syrien nach einem Sieg über die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus. Das schließe auch Russland mit ein, sagte Putin. "Wir sollten das Ziel verfolgen, dass es keine ausländischen Streitkräfte in Syrien gibt." Diese Entscheidung werde aber von der syrischen Regierung getroffen. Andererseits hat Russland langfristige Verträge mit Syrien über zwei Militärstützpunkte geschlossen.

Quelle: n-tv.de, mbo/dpa

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