Politik

Neue Eskalation der Gewalt? Türkische Armee feuert auf Assad-Truppen

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Ein kurdischer Scharfschütze sichert einen Aussichtspunkt westlich von Manbidsch.

(Foto: REUTERS)

Nahe Manbidsch, im Norden Syriens, stehen türkische Armee, Truppen der Assad-Regierung und Milizen der kurdischen Koalition eng beisammen - eine brandgefährliche Nachbarschaft.

Die türkische Armee hat im Norden Syriens mehreren Berichten zufolge Truppen der Regierung beschossen. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, türkische Soldaten hätten Grenzschutzsoldaten und Verbündete nahe der Stadt Manbidsch mit Raketen und Artillerie angegriffen. Es habe Tote und Verletzte gegeben. Die oppositionelle syrische Nachrichtenseite Enab Baladi berichtete von acht toten Grenzschützern. 

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Gefechte am Euphrat: Die Stadt Manbidsch liegt im Norden Syriens im Bezirk Aleppo.

(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Die türkische Armee und mit ihr verbündete syrische Rebellen bekämpfen im Norden Syriens unter anderem die Kurdenmiliz YPG, die mit dem lokalen Militärrat von Manbidsch verbündet ist. Die Türkei sieht in der YPG den syrischen Ableger der verbotenen Arbeiterpartei PKK und fordert, dass die Miliz aus dem Gebiet um die Stadt abzieht. Der Militärrat von Manbidsch hatte vor einigen Tagen eine Zone westlich der Stadt an Grenztruppen der syrischen Regierung übergeben, damit diese einen Puffer zu den türkisch-syrischen Einheiten bilden. 

Damaskus appelliert an Vereinte Nationen

Die YPG ist in Syrien zugleich der wichtigste Verbündete der US-geführten internationalen Koalition im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Die US-Armee hatte in der vergangenen Woche erklärt, sie habe ihre Präsenz in Manbidsch verstärkt. Dieser Schritt diene unter anderem dazu, "feindliche Handlungen" zu verhindern.

Damaskus hat die Vereinten Nationen aufgefordert, die Türkei zum Abzug ihrer Truppen aus dem Bürgerkriegsland zu zwingen. Einen entsprechenden Appell habe das Außenministerium an den UN-Generalsekretär und den Sicherheitsrat gerichtet, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Die türkischen "Invasionstruppen" hätten Zehntausende Unschuldige getötet und Infrastruktureinrichtungen in Syrien zerstört. Die Türkei verstoße gegen Syriens Souveränität und internationales Recht, heißt es in den Briefen an UN-Generalsekretär António Guterres und den Vorsitzender des Sicherheitsrates.

Die Türkei gehörte lange zu den schärfsten Gegnern der syrischen Regierung von Präsident Baschar al-Assad. Sie ist noch immer einer der wichtigsten Unterstützer der syrischen Rebellen. Nach einer Annäherung an Assads engen Verbündeten Russland bemüht sich die Regierung in Ankara zusammen mit Moskau derzeit um eine Stärkung der seit Ende Dezember geltenden Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa/rts

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