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Feuer auf Berliner Klinikgelände Turnhalle nahe Flüchtlingsunterkunft brennt

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Die Feuerwehr lässt die Halle kontrolliert abbrennen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Erst vor wenigen Tagen kündigt der Senat an, auf dem Gelände eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge einzurichten. Auf dem Areal leben bereits Asylsuchende. Nun ist dort ein Brand ausgebrochen. Noch sind die Umstände unklar.

In einer Sporthalle auf dem Gelände einer ehemaligen Nervenklinik in Berlin ist am Nachmittag ein Feuer ausgebrochen. Teile des Geländes war zuletzt vom Berliner Sozialsenator Mario Czaja als mögliche Flüchtlingsunterkunft genannt worden. Laut Feuerwehr sind von dem Feuer etwa 500 Quadratmeter betroffen. Mehr als 80 Helfer sind im Einsatz.

Bereits seit längerem leben dort Asylbewerber. Ob es Verletzte gab und das Feuer vorsätzlich gelegt wurde, konnte ein Sprecher der Feuerwehr zunächst nicht sagen. Am morgigen Donnerstag sollte auf dem Gelände ein Fest für Flüchtlinge stattfinden.

Eine Sprecherin der zuständigen Senatsverwaltung sagte der "Berliner Morgenpost", die Halle "war und ist nicht als Flüchtlingsunterkunft vorgesehen". Auf dem Gelände lebten derzeit bereits 900 Flüchtlinge, allerdings in einer Entfernung von rund 200 Metern zu der Halle.

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Weiter berichtet die Zeitung, dass laut Feuerwehr in der Halle derzeit Umbauten erfolgten und ein technischer Defekt nicht ausgeschlossen werden könne. Die Halle werden von Vereinen genutzt. Sie soll kontrolliert abbrennen. Dem Bericht zufolge hatte ein Berliner Linke-Abgeordneter in der Halle Flüchtlingskindern Sport angeboten.

Brandstiftung in Nauen

Erst gestern war im brandenburgischen Nauen eine geplante Flüchtlingsunterkunft abgebrannt, in der in wenigen Tagen 100 Asylbewerber vorübergehend unterkommen sollten. Verletzt wurde niemand. Dort bestätigte sich inzwischen der Verdacht der vorsätzlichen Brandstiftung. "Es handelt sich um einen gezielten Anschlag", sagte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter. Die Ermittler stellten Spuren von Brandbeschleunigern fest.

Die Polizei stellte am Brandort weiteres Beweismaterial sicher, das den Angaben zufolge eindeutig auf Brandstiftung hinweist. Einen konkreten Tatverdacht gegen eine bestimmte Person gebe es bislang nicht. "Wir gehen aber von einer fremdenfeindlichen Motivation aus", sagte ein Ministeriumssprecher. "Ein anderer Hintergrund ist auch kaum vorstellbar."

Messerattacke in Parchim - Brandsatz in Leipzig

In Parchim in Mecklenburg-Vorpommern waren am späten Dienstagabend zwei betrunkene Männer mit einem Messer in eine Flüchtlingsunterkunft eingedrungen. Mehrere Bewohner informierten den Wachdienst, die beiden Männer ergriffen die Flucht, wurden aber kurze Zeit später von der Polizei gestellt und in Gewahrsam genommen.

In Leipzig schleuderte in der Nacht zum Mittwoch ein Vermummter einen Brandsatz in eine geplante Flüchtlingsunterkunft. Ein Zeuge informierte sofort die Feuerwehr. Nach Angaben des Operativen Abwehrzentrum der Polizei konnte so größerer Schaden verhindert werden. Es sei lediglich eine Matratze in Brand geraten. Laut Polizei sollten am Mittwoch Flüchtlinge in das Gebäude einziehen. Von dem Täter fehlte zunächst jede Spur.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

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