Politik

90 Prozent Frauen und Kinder UN: 4,5 Millionen Ukrainer außer Landes geflohen

Menschen aus der Ukraine auf dem Bahnhof.

Knapp 60 Prozent der 4,5 Millionen Flüchtlinge sind nach UN-Angaben nach Polen geflüchtet. Etliche reisen auch nach Deutschland weiter.

(Foto: Hannibal Hanschke/dpa/Archivbild)

Es ist die größte Flüchtlingsbewegung in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg: Mehrere Millionen Menschen aus der Ukraine suchen im Ausland Schutz vor Tod und Gewalt. Einige der ärmsten Länder Europas nehmen einen Großteil von ihnen auf.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben mehr als 4,5 Millionen Menschen das Land verlassen. Die Zahl der Flüchtlinge stieg binnen 24 Stunden um mehr als 42.000 auf insgesamt 4.503.954, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mitteilte. Es handelt sich um die größte Flüchtlingsbewegung in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Innerhalb der Ukraine sind nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zudem weitere 7,1 Millionen Menschen auf der Flucht.

Bei 90 Prozent der ins Ausland Flüchtenden handelt es sich um Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren die Ukraine derzeit nicht verlassen dürfen. Knapp 60 Prozent der 4,5 Millionen Flüchtlinge sind nach UN-Angaben nach Polen geflüchtet. Viele reisen von dort aber in andere Staaten weiter. In Polen haben bislang 700.000 Ukrainer eine nationale Identifikationsnummer erhalten, die ihnen Zugang zum Sozialsystem bietet.

Viele fliehen nach Moldau und Rumänien

Nach Angaben des UNHCR waren bis zum 9. April 686.232 Menschen nach Rumänien gekommen, größtenteils über die Republik Moldau. Die Republik Moldau beherberge mit vier Prozent proportional zur eigenen Bevölkerung den größten Anteil Geflüchteter aus der Ukraine von allen Aufnahmeländern und habe mit starken wirtschaftlichen Auswirkungen zu kämpfen.

Die Europäische Kommission ermutigt ukrainische Flüchtlinge in Moldau, ihren Weg in die EU fortzusetzen. Moldau ist eines der ärmsten Länder Europas und hat selbst nur 2,6 Millionen Einwohner. Ungarn nahm nach UN-Angaben bislang mehr als 419.000 ukrainische Flüchtlinge auf, die Slowakei rund 314.500. Rund 404.500 Menschen suchten Schutz in Russland.

Vor dem russischen Einmarsch lebten in der Ukraine 37 Millionen Menschen in den von der Regierung kontrollierten Gebieten - die von Russland annektierte Halbinsel Krim und die prorussischen Separatistengebiete in der Ostukraine nicht mitgerechnet.

Quelle: ntv.de, can/AFP/dpa

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