Politik

Wieder Kinder unter den OpfernUN verurteilen israelische Angriffe in Gaza mit vielen Toten

21.07.2026, 16:59 Uhr
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Ein israelischer Luftangriff zerstörte ein Auto im Zentrum des Gazastreifens fast komplett. Zwei Insassen starben. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Das UN-Menschenrechtsbüro zählt binnen einer Woche fast 60 Tote bei israelischen Angriffen im Gazastreifen. Bei einer erneuten Attacke aus der Luft zielt Israels Militär am Morgen nach eigenen Angaben auf einen Terroristen - doch es sterben auch wieder Kinder.

Bei einem israelischen Luftangriff in der Stadt Gaza sind nach Angaben des palästinensischen Zivilschutzes am frühen Morgen sechs Menschen getötet worden. Es handele sich um Mitglieder einer Familie, unter ihnen vier Kinder, sagte ein Sprecher des Zivilschutzes. Ob es verletzte Überlebende gab, war zunächst nicht bekannt.

Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht zu dem Angriff. Ein Militärsprecher hatte über die Tötung eines Terroristen berichtet, der an dem Terrorangriff am 7. Oktober 2023 teilgenommen und mehrere israelische Geiseln in seiner Gewalt gehabt haben soll. Der Name des Mannes war aber nicht identisch mit dem des vom palästinensischen Zivilschutz genannten Getöteten. Bei einem weiteren Angriff wurden laut Angaben aus Gaza zwei Menschen in der Nähe des Flüchtlingslagers Nuseirat getötet.

Das UN-Menschenrechtsbüro verurteilte die jüngste israelische Gewalt im Gazastreifen. Allein in den vergangenen Tagen seien Dutzende Palästinenser getötet oder verletzt worden, darunter viele Kinder und Frauen. Getroffen worden seien Wohnhäuser, ein Zelt für Vertriebene und andere dicht besiedelte Orte, teilte das Büro in Genf mit. Neun Monate nach der Verkündung einer Waffenruhe gebe es für die Menschen im Gazastreifen weiter keinen sicheren Ort, sagte ein Sprecher. Israel argumentiert, dass es sich gegen Bedrohungen wehrt und die Angriffe Terroristen gelten.

Allein zwischen dem 13. und 20. Juli habe das UN-Büro mindestens 57 Todesfälle registriert, darunter sechs Kinder und acht Frauen. Insgesamt seien nach Angaben palästinensischer Behörden seit der im Oktober verkündeten Waffenruhe 1100 Menschen durch israelische Angriffe umgekommen. Das Büro hat 685 verifiziert, darunter 283 Frauen und Kinder. Die Überprüfung weiterer Fälle sei im Gange.

Familie ausgelöscht

Als Beispiel nennt das Büro Angriffe vom 17. und 18. Juli in Gaza-Stadt, im Zentrum und Norden des Gazastreifens sowie in Chan Junis. Dabei seien mindestens 21 Palästinenser getötet worden, darunter vier Kinder und drei Frauen. Bei einem Angriff auf eine Wohnung in Gaza-Stadt sei eine ganze Familie ums Leben gekommen: Vater, Mutter und drei Geschwister im Alter von acht, 15 und 17 Jahren.

Zivilisten gezielt anzugreifen, sei nach dem internationalen Völkerrecht ein Kriegsverbrechen, sagte der Sprecher. Das Büro fordert andere Staaten auf, dringend auf die Einhaltung der Waffenruhe zu drängen und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen. "Die Verstöße, das Leid und das Elend, die den Palästinensern im Gazastreifen weiterhin zugefügt werden, dürfen nicht ignoriert werden", sagte der Sprecher.

Quelle: ntv.de, dsc/dpa

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