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Zehn Millionen in Gefahr UN warnen vor Hungersnot in Nordkorea

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Machthaber Kim inspiziert auf diesem von der nordkoreanischen Presseagentur publizierten Bild eine Fabrik, in der Kartoffeln verarbeitet werden.

(Foto: REUTERS)

Dürren, Hitzewellen und Überschwemmungen sorgen in Nordkorea für die schlechteste Ernte seit zehn Jahren. 43 Prozent der Bevölkerung sind bereits unterernährt. UN-Beobachter warnen jetzt vor einer furchtbaren Hungerkatastrophe.

In dem wegen seinem Atom- und Raketenprogramm international geächteten Nordkorea droht nach einer UN-Untersuchung mindestens zehn Millionen Menschen eine Hungersnot. "Die Lage ist sehr ernst", sagte der Sprecher des Welternährungsprogramms (WFP), Herve Verhoosel, in Genf. Die jüngste Ernte sei nach Dürren, Hitzewellen und Überschwemmungen so schlecht ausgefallen wie seit zehn Jahren nicht mehr. Ihre Essensvorräte reichten daher nicht bis zur nächsten Ernte.

Das WFP hatte die Lage vor Ort zusammen mit der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation Fao untersucht. Zur Versorgung der Bevölkerung fehlten rund 1,4 Millionen Tonnen Nahrungsmittel. Viele Familien litten an chronischer Mangelernährung und ihre Lage werde sich ohne Hilfe weiter verschärfen. In einigen Regionen seien 43 Prozent der Bevölkerung unterernährt und eines von fünf Kindern sei deshalb in seiner Entwicklung zurückgeblieben.

Staatlich verteilte Essensrationen seien von 380 Gramm pro Tag auf 300 Gramm gekürzt worden. Die Regierung habe eine weitere Kürzung in Aussicht gestellt. Das WFP bereite Hilfslieferungen für 770.500 Frauen und Kinder in der Umgebung der Hauptstadt Pjöngjang vor. Insgesamt sind 17,5 Millionen Nordkoreaner auf staatliche Lebensmittelrationen angewiesen. Mitte der 1990er Jahre kamen drei Millionen Menschen in dem Land bei einer Hungersnot ums Leben.

Kurswende in Beziehung zu Japan

Auf die Frage, warum die internationale Gemeinschaft für ein Land aufkommen solle, das Milliardenbeträge in Raketen- und Atomprogramme investiert, sagte Verhoosel: "Wir mischen uns nicht in die Politik ein. Wenn wir Menschen in Not sehen, müssen wir helfen."

WFP und Fao gehören zu den wenigen Organisationen, die Zugang zu dem international isolierten Land haben, das zusätzlich unter Sanktionen wegen seines Atom- und Raketenprogramms leidet. Ein zweites Gipfeltreffen von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un mit US-Präsident Donald Trump zur Lösung des Konflikts wurde im Februar ergebnislos abgebrochen. Die Spannungen verschärften sich seitdem wieder.

Neue Entspannungssignale kommen nun aus Japan. Ministerpräsident Shinzo Abe erklärte sich zu einem Treffen mit Kim ohne Vorbedingungen bereit und deutete damit eine Kurswende in der japanischen Nordkorea-Politik an. Dies sei die einzige Möglichkeit, das lang anhaltende Misstrauen zwischen beiden Ländern zu beenden, sagte Abe der Zeitung "Sankei" einen Tag nach einem Treffen mit Trump in Washington. Er hoffe, Kim sei ein Staatsmann, "der flexibel und strategisch entscheiden kann, was das Beste für sein Land ist".

Quelle: n-tv.de, agr/dpa/rts

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