Politik

Anschuldigungen gegen SoldatenUN werfen Israel und Russland sexuelle Gewalt in Konfliktgebieten vor

29.05.2026, 19:41 Uhr
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Israelische Soldaten setzten laut UN sexuelle Gewalt gegen Palästinenser ein. (Foto: picture alliance / SIPA)

Erstmals werden Russland und Israel auf einer Liste der Vereinten Nationen geführt, die sexuelle Gewalt in Konflikten anprangert. Die Regierungen beider Länder weisen die Vorwürfe von sich - doch Warnungen gab es schon im vergangenen Jahr.

Ein Bericht der Vereinten Nationen erhebt schwere Anschuldigungen gegen israelische Soldaten und andere Sicherheitskräfte und wirft ihnen sexuelle Gewalt gegen Palästinenser vor. Die Liste der Misshandlungen umfasse etwa "Vergewaltigungen, auch mit Gegenständen, Gruppenvergewaltigungen, versuchte Vergewaltigungen, körperliche Gewalt gegen die Genitalien, gezielte Schüsse auf die Genitalien", heißt es in dem Report des UN-Generalsekretärs António Guterres.

Die Vereinten Nationen hätten 2025 mehrere Fälle konfliktbezogener sexueller Gewalt verifiziert, heißt es in dem Bericht. Betroffen gewesen seien 14 Männer, 7 Frauen, 9 Jungen und 1 Mädchen aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland. "Vergewaltigungen und Gruppenvergewaltigungen, in einigen Fällen wiederholt, wurden an neun Opfern verübt, von denen die Mehrheit aus dem Gazastreifen stammte."

Der Bericht führt die israelischen Sicherheitskräfte auf einer Liste jener Akteure auf, die glaubhaft verdächtigt werden, in bewaffneten Konflikten systematisch Vergewaltigungen oder andere Formen sexueller Gewalt begangen zu haben.

Ähnliche Vorwürfe gegen Russland

Das israelische Außenministerium sprach von einer "beschämenden und absurden" Entscheidung, mit der versucht werde, "eine falsche Symmetrie zwischen Israel und den tatsächlichen sexuellen Gräueltaten der Hamas herzustellen". Augenzeugen des Hamas-Massakers am 7. Oktober 2023 in Israel beschrieben unter anderem Vergewaltigungen, auch aus Israel entführte Geiseln berichteten von sexualisierter Gewalt. Die UN stufte die Vorwürfe als glaubwürdig ein. Auf der sogenannten schwarzen Liste der Vereinten Nationen für 2025 stehen deshalb nach wie vor Kämpfer der Hamas.

Auch russische Streit- und Sicherheitskräfte wurden in diesem Jahr erstmals wegen sexueller Gewalt gegen Kriegsgefangene und während des Krieges in der Ukraine festgenommene Zivilisten auf die schwarze Liste gesetzt.

Wie die israelische Regierung reagierte auch Moskau mit öffentlicher Empörung. "Wir werden einen Brief an den Generalsekretär schreiben, in dem wir darlegen, dass es sich hierbei um unbegründete Lügen und Anschuldigungen handelt, die Russland wieder einmal als Bösewicht darstellen, so wie sie es ständig tun", sagte der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja. Er erklärte, Russland dokumentiere derzeit die Behandlung russischer Kriegsgefangener durch die Ukrainer und bereite einen Bericht darüber vor.

Sowohl Israel als auch Russland wurden im letztjährigen Bericht von UN-Generalsekretär Guterres gewarnt, dass sie auf die Liste gesetzt werden könnten. Die israelische Regierung brach gestern schon vor Veröffentlichung des Berichts aus Protest den Kontakt zu Guterres ab.

Quelle: ntv.de, dsc/dpa

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