Politik

Eskalation in Israel UNO beruft Krisensitzung ein

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Palästinensische Demonstranten treffen am 8. Juni 2018 an der Grenze zu Israel auf eine Übermacht von israelischen Sicherheitskräften.

(Foto: REUTERS)

Erneut werden in Israel mehrere Palästinenser erschossen, hunderte Demonstranten sind verletzt. Auf Antrag der arabischen Staaten tagt nun kommende Woche die UN-Generalversammlung zu dem Thema. Sie will nachholen, was der Sicherheitsrat bisher versäumt hat.

Angesichts der anhaltenden Gewalt im Gazastreifen hält die UN-Generalversammlung am Mittwoch eine Krisensitzung ab. Die Sitzung sei von den arabischen Staaten beantragt worden, erklärte der Präsident der UN-Generalversammlung, Miroslav Lajcak, in einem Brief an die 193 Mitgliedsstaaten. Im Zuge der Sitzung soll über eine Resolution abgestimmt werden, die Israel für die Gewalteskalation verurteilt.

Die Resolution ähnelt nach Angaben von Diplomaten jener, die am 1. Juni im UN-Sicherheitsrat am Veto der USA gescheitert war. Eine von Washington eingebrachte Resolution, die der radikalislamischen Hamas die Schuld für die jüngsten Auseinandersetzungen mit Israel zugewiesen hatte, scheiterte ebenfalls im Sicherheitsrat.

Seit Ende März protestieren immer wieder Palästinenser an der Grenze des Gazastreifens. Dabei versuchten Palästinenser nach Angaben der israelischen Armee wiederholt, Soldaten an der Grenze anzugreifen oder auf israelisches Territorium vorzudringen. Seit Beginn der Proteste tötete die israelische Armee nach palästinensischen Angaben mehr als 120 Palästinenser. Auf israelischer Seite gab es mehrere Verletzte.

Am Freitag berichtete das Gesundheitsministerium in Gaza, israelische Soldaten hätten vier Palästinenser erschossen. Unter den Toten war demnach auch ein 15-jähriger Junge. Mehr als 100 Menschen seien verletzt worden, darunter auch ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP. Er wurde von einer Kugel unterhalb des Knies ins Bein getroffen. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe von Dschabalija, etwa 200 Meter vom Grenzzaun entfernt. Der Fotograf trug eine Weste mit der Aufschrift "Presse" und einen Schutzhelm.

Die israelische Armee teilte mit, sie habe "Maßnahmen zum Auflösen von Krawallen" angewendet, die "im Einklang mit den Einsatzregeln" stünden. Ihren Angaben zufolge beteiligten sich etwa 10.000 Palästinenser an fünf Orten entlang der Grenze an den Protesten.

Quelle: ntv.de, lou/dpa/AFP

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