Politik

Geheimtreffen mit Rebellen US-Beamte erörterten Maduro-Attentat

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Entging erst im Juli einem Attentat auf seine Person: Präsident Nicolas Maduro.

(Foto: imago/Agencia EFE)

Politische Unruhen und eine Wirtschaftskrise schüren die Unzufriedenheit der Venezolaner mit ihrer Regierung - und damit auch Umsturzpläne. Eine Gruppe Rebellen verspricht sich Unterstützung aus den USA und findet dort zunächst auch Gehör.

Medienberichten zufolge haben sich Vertreter der US-Regierung im vergangenen Jahr mehrfach mit abtrünnigen venezolanischen Militärs getroffen, die einen Putsch gegen Präsident Nicolas Maduro planten. Das berichten unter anderem die "New York Times" und CNN, die sich jeweils auf involvierte Behördenvertreter berufen. Demnach kam es zu mehreren Geheimtreffen, nachdem Militärangehörige den Kontakt initiiert hatten. Die US-Regierung habe sich aber dazu entschlossen, den geplanten Putsch nicht zu unterstützen, so die Quellen.

Von offizieller Stelle wurden die Berichte nicht bestätigt. Die USA unterstützen "eine friedliche und geordnete Rückkehr zur demokratischen Ordnung in Venezuela", hieß es aus dem Weißen Haus. Eine dauerhafte Lösung der sich verschlimmernden Lage in Venezuela erfordere zwar eine Erneuerung der Regierung, die aber könne nur durch demokratische Prozesse, Rechtsstaatlichkeit und der Einhaltung von Menschenrechten erfolgen, bekräftigte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Garrett Marquis.

Laut "New York Times" nahmen elf ehemalige und derzeitige US-Beamte sowie ein venezolanischer Ex-Militärkommandeur, der auf einer Sanktionsliste der US-Regierung steht und verschiedener Verbrechen beschuldigt wird, an den geheimen Treffen teil. Sie sprachen mit einer von drei abtrünnigen Gruppen innerhalb des venezolanischen Militärs, die sich von den USA Unterstützung bei der Planung eines Attentates auf Maduro erhoffte. Hierzu traten sie mit konkreten Ansuchen an die USA heran, unter anderem forderten sie die Lieferung verschlüsselter Radioempfänger, um die Kommunikation unter den Rebellentruppen besser organisieren zu können. Das Ansinnen sei aber abgelehnt worden. Nach einem dritten Treffen Anfang des Jahres verweigerten die USA dann endgültig jegliche Hilfeleistung und brachen die Gespräche ab, da mit der Unterstützung von Umstürzen in Lateinamerika in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht wurden, berichteten die US-Teilnehmer.

Trump schließt militärische Intervention nicht aus

Die Militärrebellen versuchten daraufhin bei verschiedenen Gelegenheiten, einen entsprechenden Anschlag auszuführen, scheiterten aber jedes Mal bereits im Vorbereitungsstadium. Unklar ist, wie viel und welche Informationen genau die US-Regierung von den Rebelleneinheiten erhalten hat. Möglicherweise war Präsident Maduro auch über die Geheimtreffen informiert.

US-Präsident Donald Trump hatte in der Vergangenheit mehrfach eine militärische Intervention in Venezuela ins Spiel gebracht. "Wir haben viele Optionen in Hinblick auf Venezuela. Auch eine militärische Lösung kann ich nicht ausschließen.", sagte Trump zuletzt. Maduro warf den USA daraufhin vor, einen Militärangriff zu planen, um an die großen Ölreserven des Landes zu gelangen. Die Armee rief er zur Wachsamkeit auf. Zum Bericht der "New York Times" twitterte Außenminister Jorge Arreaza: "Wir prangern vor der Welt die Interventionspläne und die Unterstützung von Verschwörungen des Militärs durch die US-Regierung gegen Venezuela an."Selbst in US-Medien seien nun "neue und widerliche Beweise" dafür vorgelegt worden.

Venezuela befindet sich seit geraumer Zeit in einer ökonomischen und humanitären Krisensituation. Politische Unruhen, Inflation, Lebensmittelknappheit und eine defizitäre Infrastruktur bestimmen den Alltag in Lateinamerikas einst wohlhabendstem Staat. Zehntausende Venezolaner sind bereits in Nachbarstaaten geflohen. Erst im vergangenen Monat entging Präsident Maduro einem Attentatsversuch durch eine mit Sprengstoff beladene Drohne. Die bis dahin unbekannten "Soldados de Franelas" (Flanell-Soldaten) bekannten sich zu dem Attentat auf Twitter. "Wir haben gezeigt, dass sie verwundbar sind, heute ist es nicht gelungen, aber das ist nur eine Frage der Zeit", schrieben die Autoren, die sich selbst als "patriotische Militärs und Zivilisten" bezeichnen. Ob es eine Verbindung zu den Militärs gibt, mit denen die US-Regierung sprach, ist unklar.

Quelle: n-tv.de, lou

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