Politik

Türkei-Gericht weist Antrag ab US-Pastor wird nicht freigelassen

60547d67bfa7434773c845497a739e2b.jpg

Um die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei steht es wegen des Streits um den US-Pastor nicht gut.

(Foto: imago/Depo Photos)

Der US-Pastor Andrew Brunson wird 2016 in der Türkei festgenommen. Der Vorwurf: Er soll an dem Putschversuch gegen Präsident Erdogan beteiligt gewesen sein. Eine Freilassung, wie sie auch US-Präsident Trump fordert, ist nicht in Sicht.

Der seit mehr als anderthalb Jahren in der Türkei festgehaltene US-Pastor Andrew Brunson bleibt weiter unter Hausarrest. Ein Berufungsgericht in Izmir habe den Antrag auf Freilassung, den Brunsons Anwalt Ismail Cem Halavurt am Vortag gestellt hatte, abgelehnt, berichtete die Nachrichtenagentur DHA.

Der Fall Brunson belastet die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei schwer. Beide Länder haben gegenseitig Sanktionen und Strafzölle verhängt. Unter anderem deswegen befindet sich die Türkei inzwischen in einer Währungskrise. Die Lira brach zum Wochenende auf neue Tiefststände ein.

Am vergangenen Freitag verkündete Trump zudem eine Verdopplung der Zölle auf türkische Stahl- und Aluminiumimporte. Die Türkei antwortete darauf mit der Erhöhung der Zölle auf eine Reihe von US-Produkten. Wiederholte Treffen zwischen Vertretern beider Staaten haben im Fall Brunson bisher keine Lösung gebracht.

Gesundheitszustand unverändert

Brunson, Pastor einer evangelikalen Kirche in Izmir, war 2016 unter Terrorvorwürfen in Untersuchungshaft genommen worden. Er soll an dem Putschversuch gegen die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan im Jahr 2016 beteiligt gewesen sein. Kürzlich wurde der 50-Jährige wegen Gesundheitsproblemen in den Hausarrest entlassen. Die Staatsanwaltschaft fordert bis zu 35 Jahre Gefängnis. US-Präsident Donald Trump hat mehrfach die umgehende Freilassung des Pastors gefordert.

Ein US-Botschaftsmitarbeiter habe Brunson am Dienstag in der Haft besucht, sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert. Sein Gesundheitszustand sei nach ihrer Kenntnis unverändert.

Seit dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei vor zwei Jahren sind auch Dutzende Deutsche festgenommen worden. Nach offiziellen Angaben aus der vergangenen Woche sitzen derzeit noch sieben Deutsche aus "politischen Gründen" in Haft. Ihr Schicksal wird unter anderem Thema bei einem Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Deutschland Ende September sein.

Quelle: n-tv.de, cam/dpa/AFP

Mehr zum Thema