Politik

"Weit mehr als 5000" SoldatenTrump will US-Truppenpräsenz in Deutschland noch stärker reduzieren

03.05.2026, 01:39 Uhr
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Donald Trump bei einem früheren Besuch der US-Stützpunktes in Ramstein. (Foto: picture alliance/dpa/White House)

Am Freitag verkündet das US-Verteidigungsministerium den Abzug von 5000 Soldaten aus Deutschland. Nur einen Tag später erhöht Donald Trump die Zahl. Der US-Präsident beklagt fehlende Nato-Unterstützung im Iran-Krieg.

Die USA möchten nach den Worten von US-Präsident Donald Trump ihre Truppenpräsenz in Deutschland über die bereits angekündigte Zahl hinaus herunterfahren. "Wir werden die Zahl noch deutlich stärker reduzieren - und zwar um weit mehr als 5000" US-Soldaten, sagte Trump am Samstag (Ortszeit) vor Journalisten in West Palm Beach im US-Bundesstaat Florida. Am Vortag hatte das US-Verteidigungsministerium nach erneuten Drohungen von Trump den Abzug von rund 5000 Soldaten aus Deutschland angeordnet und damit die europäischen Nato-Verbündeten auf den Plan gerufen.

Der Abzug dürfte "in den kommenden sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen sein", erklärte Pentagon-Sprecher Sean Parnell zuvor am Freitag (Ortszeit). Die US-Entscheidung zum Abzug aus Deutschland folge "auf eine gründliche Überprüfung der Truppenpräsenz des US-Verteidigungsministeriums in Europa".

Außer Deutschland hatte Trump auch Spanien und Italien mit einem Abzug von US-Truppen gedroht. "Italien war uns überhaupt keine Hilfe, und Spanien war schrecklich, absolut schrecklich", fügte er mit Blick auf die von ihm erhoffte Unterstützung von Verbündeten im Iran-Krieg hinzu.

Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Teheran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Teheran sperrt zudem die Straße von Hormus, während die USA iranische Häfen blockieren.

Rund 36.000 US-Soldaten in Deutschland

Nato-Sprecherin Allison Hart hatte am Samstag bei X erklärt, das Militärbündnis arbeite mit den USA zusammen, "um die Details ihrer Entscheidung zum Truppenkontingent in Deutschland besser zu verstehen". Die "Anpassung" durch die US-Regierung unterstreiche, dass "Europa weiterhin mehr in die Verteidigung investieren und einen größeren Teil der Verantwortung für unsere gemeinsame Sicherheit übernehmen muss".

Ähnlich äußerte sich Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius. Ebenso wie die Nato sieht der SPD-Politiker darin ein weiteres Zeichen dafür, dass Europa mehr in seine Verteidigung investieren müsse.

Nach offiziellen Angaben waren Ende Dezember rund 36.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert - mehr als in jedem anderen europäischen Land. Das Bundesverteidigungsministerium sprach am Samstag von "insgesamt fast 40.000" US-Soldaten, die "aktuell" in Deutschland stationiert seien. Insgesamt unterhält die US-Armee rund 20 Einrichtungen in Deutschland, vor allem im Süden und Südwesten der Bundesrepublik.

Quelle: ntv.de, bho/AFP

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