Politik

"Golden Dome" und MilitärbasenUS-Sondergesandter skizziert möglichen Grönland-Deal

29.01.2026, 22:07 Uhr
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Aktuell betreiben die USA nur eine Militärbasis auf Grönland: die Pituffik Space Base im Nordwesten der Insel. (Foto: picture alliance/dpa/Ritzau Scanpix)

Nach wochenlangen Drohungen einer gewaltsamen Annexion Grönlands durch die USA rudert Präsident Trump beim Wirtschaftsforum überraschend zurück. Ein Kompromiss scheint möglich. Trumps Sondergesandter für die Arktis-Insel beschreibt nun, wie der Deal aussehen könnte.

Die Option auf neue Stützpunkte und Infrastruktur, mehr operative Freiheit für die USA und ein "Golden Dome" auf Grönland: Das könnten nach Einschätzung des US-Sondergesandten für Grönland, Jeff Landry, Eckpunkte eines Abkommens mit Dänemark über die Arktis-Insel sein.

Die Drohungen von US-Präsident Donald Trump, Grönland zu annektieren, hatten in den vergangenen Wochen für Verwerfungen zwischen Dänemark, zu dem die Insel gehört, und den USA geführt. EU-Länder wie Deutschland und Frankreich hatten sich in dem Konflikt hinter Dänemark und Grönland gestellt. Inzwischen laufen Gespräche zwischen den USA, Dänemark und Grönland mit dem Ziel, einen Kompromiss zu finden.

"Nicht provokativ, sondern präventiv"

Er könne noch keine Details eines möglichen Grönland-Deals nennen, schrieb Landry in einem Meinungsbeitrag in der "New York Times". "Aber das Abkommen baut auf den Verteidigungsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Dänemark aus den Jahren 1941 und 1951 auf und würde die Sicherheit der USA, der NATO und Grönlands stärken sowie die langjährigen transatlantischen Verteidigungsverpflichtungen bekräftigen."

Durch das Abkommen von 1951 haben die USA bereits jetzt großen militärischen Spielraum auf der Arktis-Insel. Aktuell betreiben die Vereinigten Staaten aber nur noch eine Militärbasis auf Grönland: die Pituffik Space Base im Nordwesten der Insel.

Der Deal könnte den Einsatz fortschrittlicher Raketenabwehrsysteme wie "Golden Dome" erleichtern und den feindlichen Einfluss Chinas und Russlands zurückdrängen, so Landry weiter. Die geplanten Maßnahmen seien "nicht provokativ, sondern präventiv". "Sie würden sicherstellen, dass die Vereinigten Staaten und nicht ihre Gegner auf Dauer die Regeln in einer der strategisch wichtigsten Regionen der Welt festlegen."

Dänemark: Situation noch nicht gelöst

Im Konflikt um Grönland hatte es zuvor erste Gespräche zwischen hochrangigen Beamten der betroffenen Länder gegeben. Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen sieht sein Land danach auf einem guten Weg, sagt aber auch: Die Situation sei nicht gelöst.

Trump hatte zuletzt gedroht, Grönland im Zweifel auch mit militärischer Gewalt unter seine Kontrolle zu bringen. Dänemark und Grönland hatten sich dem entschieden entgegengestellt.

Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos hatte Trump dann überraschend erklärt, dass er doch keine gewaltsame Lösung anstrebe. Begründet hatte er das damit, dass während eines Treffens mit Nato-Chef Mark Rutte ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland entstanden sei.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa

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