Nach Atom-Treffen mit dem IranUS-Verhandler statten "USS Lincoln" Besuch ab

US-Präsident Trump wirft dem Mullah-Regime einen Neustart seines Atomprogramms vor. Die Gespräche mit Witkoff und Kushner beginnen in Oman vor dem Hintergrund einer massiven militärischen Drohkulisse. Israels Premier wird kommende Woche im Weißen Haus erwartet.
Nur einen Tag nach indirekten Gesprächen mit dem Iran haben die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner den in die Region entsandten US-Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" besucht. Wie das für den Nahen Osten zuständige US-Zentralkommando (Centcom) bestätigte, gingen Witkoff und Kushner auf dem Flugzeugträger im Arabischen Meer an Bord. Witkoff erklärte in Online-Netzwerken, der Flugzeugträger und seine Begleitschiffe "sorgen für unsere Sicherheit und verleihen Präsident Trumps Botschaft des Friedens durch Stärke Nachdruck".
Trump hatte am Mittwoch eine persönliche Warnung an Teherans geistliches Oberhaupt gerichtet. Ayatollah Ali Chamenei "sollte sehr besorgt sein, ja, das sollte er", sagte der US-Präsident in einem Interview mit NBC News. Der Iran habe nach den US-Angriffen im Juni den Bau einer neuen Atomanlage ins Auge gefasst. "Sie haben darüber nachgedacht, eine neue Anlage in einem anderen Teil des Landes zu errichten", sagte Trump. "Wir haben davon erfahren, und ich habe gesagt: Wenn ihr das tut, werden wir euch sehr übel mitspielen."
Netanjahu drängt auf eine harte Linie
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reist am kommenden Mittwoch nach Washington, um mit Trump über die Iran-Verhandlungen zu sprechen. Wie Netanjahus Büro mitteilte, will er bei dem Treffen mit Trump darauf pochen, dass es bei dem Gespräch auch um "Beschränkungen" für das iranische Raketenprogramm und Teherans Unterstützung für verbündete Milizen in der Region geht.
Die USA und der Iran hatten am Freitag im Oman indirekte Gespräche über das iranische Atomprogramm geführt. Trump bezeichnete die Gespräche als "sehr gut" und kündigte für Anfang kommender Woche eine weitere Verhandlungsrunde an. Irans Außenminister Abbas Araghtschi unterstrich die Bereitschaft Teherans zum raschen Abschluss eines Atomabkommens.
Die Gespräche in der omanischen Hauptstadt Maskat waren die ersten zwischen den USA und dem Iran, seit die USA in den zwölftägigen Krieg zwischen ihrem Verbündeten Israel und der Islamischen Republik eingegriffen und im vergangenen Juni drei wichtige iranische Atomanlagen bombardiert hatten. Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach der Atombombe zu streben - was Teheran bestreitet.
Teheran liefert Waffen an Russland
Die Verhandlungen in Maskat wurden auch vor dem Hintergrund einer drohenden Eskalation zwischen dem Iran und den USA geführt. Sie fanden etwa einen Monat nach der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten im Iran mit tausenden getöteten Demonstranten statt. Seitdem hatte Trump den Druck auf Teheran massiv erhöht. Er drohte mit einer Militärintervention und schickte unter anderem den Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" in die Region.
Trump hatte das internationale Atomabkommen mit dem Iran im Jahr 2018 während seiner ersten Amtszeit einseitig aufgekündigt, weil er es für nicht robust und umfassend genug hielt. Danach ließ er massive Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft setzen. Nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist der Iran das einzige Land ohne eigene Atomwaffen, das Uran auf 60 Prozent anreichert.
Westliche Regierungen werfen Teheran zudem vor, Drohnen und ballistische Raketen an Russland für den Krieg gegen die Ukraine zu liefern. Auch unterstützt der Iran finanziell und militärisch Israel-feindliche Milizen in der Region, darunter die Hisbollah im Libanon, die Hamas im Gazastreifen und die Huthis im Jemen.