Politik

Gefangene in syrischen LagernUSA: Nehmt eure IS-Kämpfer zurück!

23.01.2026, 10:18 Uhr
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Unter den verlegten IS-Gefangenen befinden sich irakischen Justizkreisen zufolge auch Staatsbürger aus Deutschland. (Foto: IMAGO/Anadolu Agency)

Die USA verlegen mutmaßliche Mitglieder der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat aus syrischen Gefangenenlagern in den benachbarten Irak. Darunter sind auch viele Europäer. Im Irak droht ihnen die Todesstrafe.

Die USA haben andere Staaten aufgefordert, ihre als Kämpfer der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) inhaftierten Staatsbürger aus dem Irak zurückzunehmen. Washington begrüße zwar die Initiative des Irak, die aus Syrien verlegten IS-Kämpfer in irakischen Einrichtungen festzuhalten, sagte US-Außenminister Marco Rubio. Nicht-irakische Terroristen würden sich jedoch nur vorübergehend im Irak aufhalten. "Die USA fordern die Länder auf, Verantwortung zu übernehmen und ihre Bürger aus diesen Einrichtungen zurückzuholen, damit sie sich der Justiz stellen können", hieß es in einer Erklärung Rubios.

Hintergrund ist der Rückzug der kurdisch geführten Kräfte (SDF) in Nordsyrien, die jahrelang Gefängnisse und Lager mit IS-Anhängern bewacht hatten. Das im Nahen Osten zuständige US-Zentralkommando (Centcom) hat daraufhin begonnen, Häftlinge in den Irak zu verlegen. So soll sichergestellt werden, dass die gefangenen Islamisten "in sicheren Hafteinrichtungen bleiben". Eine erste Gruppe von 150 Gefangenen wurde bereits überstellt. Auch die irakische Regierung forderte andere Staaten auf, ihre Staatsbürger aufzunehmen. Es sei inakzeptabel, dass einige Staaten sich weigerten, ihre terroristischen Staatsangehörigen zurückzuholen, sagte der stellvertretende irakische UN-Botschafter.

In den syrischen Lagern wie Al-Hol und Roj, deren Verwaltung inzwischen die Vereinten Nationen (UN) übernommen haben, werden Zehntausende Menschen festgehalten, darunter auch etwa 8500 Angehörige von Drittstaaten. Die Verlegung in den Irak, wo die Todesstrafe gilt, sorgt bei Angehörigen europäischer IS-Kämpfer für Beunruhigung. Unter den aus Syrien verlegten IS-Gefangenen befinden sich irakischen Justizkreisen zufolge auch Staatsbürger aus Deutschland, Großbritannien, Belgien, Frankreich und Schweden. Dem irakischen Justizrat zufolge unterliegen jedoch alle Verdächtigen unabhängig von ihrer Nationalität der irakischen Justiz.

Quelle: ntv.de, mba/rts

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