Politik

Rakete Richtung Japan gefeuert USA beraten "handfeste Antwort" an Nordkorea

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Die Raketentests Nordkoreas werden von Experten auch als Reaktion auf Seemanöver südkoreanischer und US-amerikanischer Streitkräfte gewertet.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Erstmals seit fünf Jahren lässt Nordkorea eine ballistische Rakete über Japan fliegen. Die USA verurteilen den Abschuss scharf und beraten mit Südkorea und Japan über "angemessene und handfeste" Antworten. Die Sorge wächst, dass Nordkorea schon in naher Zukunft einen Atomwaffentest wagen könnte.

Die USA haben den jüngsten Raketenstart Nordkoreas verurteilt und mit Südkorea und Japan über eine Reaktion gesprochen. Der Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, Jake Sullivan, habe in zwei separaten Telefonaten mit seinen Kollegen über "angemessene und handfeste, gemeinsame und internationale Antworten" beraten, erklärte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates des Weißen Hauses, Adrienne Watson. Dabei habe Sullivan die "eisernen Versprechen" der USA zur Verteidigung Südkoreas und Japans bekräftigt, hieß es in der Erklärung.

Nordkorea hatte am Dienstagmorgen (Ortszeit) nach japanischen Angaben "eine ballistische Rakete in Richtung Osten" abgefeuert. Das südkoreanische Militär bestätigte den Vorfall. Der Start löste einen seltenen öffentlichen Raketenalarm aus, der die Bewohner der nordjapanischen Insel Hokaido und der Präfektur Aomori an der Nordspitze der japanischen Hauptinsel Honshu mit Warnmeldungen aufforderte, Schutz in ihren Häusern zu suchen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Die japanische Küstenwache erklärte später, die Rakete sei offenbar über dem Pazifik abgestürzt.

Südkoreas Präsident Yoon Suk Yeol sprach von einer "rücksichtslosen" Provokation und rief dazu auf, "entsprechende Maßnahmen" zu ergreifen, wie Yonhap berichtete. Japans Regierungschef Fumio Kishida nannte Nordkoreas Raketentest "ungeheuerlich". Kabinettschef Hirokazu Matsuno sprach zudem von einer "unmittelbaren Bedrohung" für die Region und die Weltgemeinschaft. EU-Ratspräsident Charles Michel erklärte, die EU stehe "in Solidarität" hinter Tokio und Seoul. Bei dem Abschuss handele es sich um eine "ungerechtfertigte Aggression und eine unverhohlene Verletzung internationalen Rechts", schrieb Michel auf Twitter.

Südkorea und USA befürchten Atomwaffentests

UN-Resolutionen untersagen Nordkorea die Erprobung von ballistischen Raketen jeglicher Reichweite, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf befördern können. Zuletzt hatte Nordkorea am Samstag zwei ballistische Kurzstreckenraketen getestet - das war der vierte Raketenabschuss innerhalb einer Woche. Nun flog jedoch zum ersten Mal seit fünf Jahren eine nordkoreanische Rakete über japanisches Hoheitsgebiet. Südkorea und die USA befürchten, dass Pjöngjang in naher Zukunft erstmals seit 2017 wieder einen Atomwaffentest vornehmen könnte.

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Die zuletzt gehäuften Raketentests Nordkoreas werden von Experten auch als Reaktion auf die kürzlich abgehaltenen Seemanöver südkoreanischer und US-amerikanischer Streitkräfte gewertet. An den viertägigen Marineübungen hatte auch der Flugzeugträger "USS Ronald Reagan" teilgenommen. Es war die erste Entsendung eines US-Flugzeugträgers nach Südkorea seit fast vier Jahren.

Washington und Seoul sind enge Verbündete. In Südkorea sind rund 28.500 US-Soldaten stationiert. In der vergangenen Woche hielten die südkoreanische und die US-Marine eine großangelegte gemeinsame Militärübung ab. Am Freitag starteten Südkorea, Japan und die USA zudem erstmals seit fünf Jahren Übungen zur U-Bootabwehr.

Quelle: ntv.de, mbu/AFP/dpa

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