Politik

Stärkung der NATO-Ostflanke USA entsenden Truppenkontingent nach Bulgarien

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Der erste Besuch eines US-Verteidigungsministers in Bulgarien seit 25 Jahren: Lloyd Austin während einer Pressekonferenz mit dem bulgarischen Premierminister Kiril Petkow.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Am Schwarzen Meer gelegen, hat Bulgarien eine besondere Bedeutung für die NATO-Ostflanke. Die USA wollen diese nun mit einem Truppenkontingent dort stärken. Beim ersten Bulgarienbesuch eines US-Verteidigungsministers seit langem wehen diesem aber auch NATO-kritische Töne entgegen.

Zur Stärkung der NATO-Ostflanke werden die USA ein Truppenkontingent nach Bulgarien entsenden. Das sagte der bulgarische Ministerpräsident Kiril Petkow nach Gesprächen mit US-Verteidigungsminister Lloyd Austin in Sofia. Dieses Kontingent soll unter dem Kommando des NATO-Oberbefehlshabers in Europa stehen. Petkow versicherte, es werde keine Waffenlieferungen aus Bulgarien in die Ukraine geben. "Wir haben in keiner Weise über eine militärische Unterstützung der Ukraine gesprochen", sagte er während einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz.

Allerdings werde Bulgarien die Ukrainer weiter humanitär unterstützen, betonte Petkow. US-Verteidigungsminister Austin lobte Bulgariens humanitäre Hilfe für die Ukraine.

Austin erörterte mit dem bulgarischen Verteidigungsminister Dragomir Sakow die von Bulgarien aufgestellte multinationale Kampfgruppe, die unter NATO-Kommando steht, wie das Verteidigungsministerium in Sofia mitteilte. Das angekündigte US-Kontingent soll Teil dieser Kampfgruppe werden. Beide Minister hatten am Freitag bulgarische und US-amerikanische Militärangehörige beim Training auf einem Gelände in Ostbulgarien besucht.

Demonstrationen gegen die NATO

Während der Gespräche Austins in Sofia protestierten Anhänger der pro-russischen nationalistischen Partei Wasraschdane (Wiedergeburt) am Verteidigungsministerium und am Regierungssitz gegen die NATO und gegen mögliche Waffenlieferungen an die Ukraine. Die Demonstranten trugen bulgarische und russische Fahnen. Sie riefen in Sprechchören: "NATO raus".

Vor Austins Besuch gab es in Bulgarien Aufregung wegen Berichten internationaler Medien, wonach Bulgarien sein S-300-Flugabwehrsystem sowjetischer Bauart an die Ukraine übergeben könnte. Staatspräsident Rumen Radew warnte vor einer Entscheidung zur Waffenlieferung an die Ukraine und damit vor einer Verwicklung Bulgariens in den Krieg.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa

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