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Beteiligung an Virus "WannaCry" USA gehen gegen Hacker aus Nordkorea vor

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Auch die Deutsche Bahn war von dem Virus "WannaCry" betroffen.

(Foto: picture alliance / P. Götzelt/dp)

Hunderttausende Computer weltweit werden im Mai des vergangenen Jahres durch eine Schadsoftware blockiert. Nach monatelangen Ermittlungen präsentieren die US-Behörden nun einen mutmaßlich Schuldigen. Es soll nicht sein einziger Hackerangriff gewesen sein.

Wegen einer Serie von globalen Hackerangriffen geht die US-Regierung gegen einen nordkoreanischen Programmierer vor, der im Auftrag seiner Staatsführung gehandelt haben soll. Das Finanzministerium in Washington beschuldigte den Computerspezialisten Park Jin Hyok, unter anderem an der Verbreitung der gefährlichen Schadsoftware "WannaCry" beteiligt gewesen zu sein.

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Park Jin Hyok soll als Hacker mit staatlichem Auftrag gehandelt haben.

(Foto: FBI)

Das US-Finanzressort verhängte Sanktionen gegen eine regierungsnahe Organisation und Park. Außerdem erhob das Justizministerium formelle strafrechtliche Beschuldigungen gegen Letzteren. "Wir werden Nordkorea nicht erlauben, die globale Cybersicherheit zu untergraben", warnte US-Finanzminister Steven Mnuchin.

Das "WannaCry"-Virus hatte im Mai vergangenen Jahres Hunderttausende Computer in rund 150 Ländern blockiert. Betroffen waren etwa Krankenhäuser in Großbritannien, die Deutsche Bahn, der französische Automobilkonzern Renault und der spanische Telefon-Riese Telefónica.

Die Angreifer hatten Computerdaten verschlüsselt und ein Lösegeld verlangt, damit sie die Daten wieder freigeben. Die nordkoreanische Regierung bestritt damals, für "WannaCry" verantwortlich zu sein. Laut den jetzigen Angaben des US-Finanzministeriums war der beschuldigte Hacker jedoch an einer Cyber-Verschwörung staatlicher nordkoreanischer Stellen beteiligt.

Komödie über Kim veranlasst Angriff

Park soll den Angaben zufolge auch an Hackerangriffen auf die Zentralbank von Bangladesch im Februar 2016 mitgewirkt haben. Der Bank seien durch die Attacke 81 Millionen Dollar (nach heutigem Wert rund 70 Millionen Euro) entwendet worden. Der Coup mit der größten öffentlichen Wirkung dürfte allerdings wohl der Angriff auf die US-Filmproduktionsfirma Sony Pictures im November 2014 gewesen sein.

Damals wurden große Mengen vertraulicher Daten - darunter über neue, noch nicht veröffentlichte Kinofilme, publik gemacht. Das Hacking hatte sich ereignet, als Sony Pictures gerade die Veröffentlichung der Kinokomödie "The Interview" plante. Der Film handelt von der fiktiven Ermordung des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/dpa

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