Insider sprechen von 200 StellenUSA planen Personalabbau bei der Nato

Inmitten der Turbulenzen um Trumps Anspruch auf Grönland plant Washington einen Stellenabbau in den Nato-Zentralen in London und Brüssel. Insider gehen von 200 Jobs aus, die eingespart werden sollen. Die Nachricht ist für die Zukunft des Bündnisses brisant.
Die USA planen Insidern zufolge einen Personalabbau in mehreren wichtigen Nato-Kommandozentralen. Es gehe um rund 200 Stellen in Bereichen, die für die Planung von Militär- und Geheimdienstoperationen zuständig seien, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen Nachrichtenagentur Reuters. Betroffen seien unter anderem das Nato Intelligence Fusion Centre in Großbritannien und das Allied Special Operations Forces Command in Brüssel. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump habe einige europäische Regierungen bereits über informiert. Zuerst hatte die Zeitung "Washington Post" über die Pläne berichtet.
Ein Nato-Vertreter erklärte auf Anfrage, Veränderungen bei der US-Personalstärke seien nicht ungewöhnlich. Die US-Präsenz in Europa sei zudem so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Das Weiße Haus und das US-Verteidigungsministerium ließen Anfragen zunächst unbeantwortet. Den Insidern zufolge würde der Schritt die Zahl des US-Personals in den betroffenen Einheiten in etwa halbieren.
Sorge um Zukunft der Nato
Gemessen an den rund 80.000 in Europa stationierten US-Soldaten ist die absolute Zahl der gestrichenen Stellen zwar gering, die symbolische Wirkung gilt jedoch als brisant. Der Schritt fügt sich in die Strategie der US-Regierung ein, militärische Ressourcen stärker auf die westliche Hemisphäre zu konzentrieren. In Europa dürfte die Maßnahme die Sorge um die Zukunft des Bündnisses weiter schüren.
US-Präsident Donald Trump will die Vereinigten Staaten im Nato-Bündnis halten. Trump sagte, er habe geholfen, die Nato stärker zu machen, und "stimme mit vielem, was sie getan haben, nicht überein. "Aber wenn die Nato uns nicht hat, ist die Nato nicht sehr stark", so Trump. Er deutete vor Reportern an, dass er Vereinbarung zum Erwerb Grönlands erzielen könne, die die Mitglieder des transatlantischen Bündnisses "glücklich" machen würde und fügte an: "Wir werden etwas ausarbeiten, womit die Nato sehr glücklich sein wird und womit wir sehr glücklich sein werden. Aber wir brauchen es aus Sicherheitsgründen."