Politik

Truppen im Iran-Krieg gebundenUSA sagen Militärmanöver mit Südkorea ab

24.08.2026, 11:29 Uhr
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Die Angehörigen der südkoreanischen und US-Streitkräfte dürfen vorerst nicht beim als "Ssangyong" bekannten Manövermiteinander miteinander üben. (Foto: picture alliance / Matrix Images)

Seit vielen Jahren üben die südkoreanische und die US-amerikanische Armee gemeinsam die Verteidigung eines nordkoreanischen Angriffs. Damit scheint es vorerst vorbei: Nachdem ein laufendes Manöver vorzeitig beendet worden ist, streichen die USA eine weitere Übung ganz. Nordkorea spottet.

Die USA haben ein für den kommenden Monat mit Südkorea geplantes Militärmanöver abgesagt. Zur Begründung habe Washington auf Engpässe bei den eigenen Truppenkapazitäten wegen des Krieges im Iran verwiesen, teilt die südkoreanische Marineinfanterie mit. Die US-Marineinfanterie habe ihre südkoreanischen Kollegen bereits im Juni darüber informiert, dass für das als "Ssangyong" bekannte Manöver auf Divisionsebene nicht genügend Streitkräfte zur Verfügung stünden. Beide Verbündeten seien in enger Abstimmung über eine Wiederaufnahme der Übungen. Die US-Streitkräfte in Südkorea äußerten sich zunächst nicht dazu. Geplant waren Landungsübungen mit Amphibienfahrzeugen.

Die Absage ist der vorläufige Höhepunkt einer jüngeren amerikanisch-südkoreanischen Entfremdung. Am vergangenen Freitag hatten Südkorea und die USA ein laufendes Militärmanöver auf Anordnung von US-Präsident Donald Trump bereits nach der Hälfte der Zeit beendet. Ursprünglich sollte die Übung bis zum 27. August gehen. Trump begründete diesen Schritt mit den Kosten des Manövers und damit, dass sich die Regierung in Seoul weigere, sich am Krieg im Iran zu beteiligen.

Trumps Anordnung wurde auch als Signal der Freundschaft an Nordkorea angesehen. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social verwies der US-Präsident auf seine angeblich "sehr gute Beziehung" zum nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. Das Militärmanöver mit Südkorea sende ein "völlig unangemessenes und feindseliges Signal" an ein Land, das in seiner Zeit als US-Präsident keine Bedrohung dargestellt und sich respektvoll verhalten habe, schrieb Trump.

Bei dem abgebrochenen Manöver wurde wie in den vorherigen Jahren die Abwehr eines nordkoreanischen Angriffs auf Südkorea geübt. Die ebenfalls vorgesehene Übung einer Gegenoffensive wurde nach Trumps Intervention gestrichen.

US-amerikanische Medien berichten unter Berufung auf nicht namentlich genannte US-Regierungsbeamte, dass Trump mit seinem Eingriff den Weg für ein zweites Treffen mit Kim bereiten möchte. Die nordkoreanische Regierung reagierte jedoch trotz der offensichtlichen Annäherungsversuche des US-Präsidenten mit Spott auf das verkürzte Militärmanöver. Südkorea befinde sich in einer "erbärmlichen Lage", weil es seine "Kriegsspiele" nicht mehr wie geplant weiterführen könne, erklärte Kim Yo Jong, die Schwester von Machthaber Kim Jong Un, in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichten Stellungnahme. Sie bezeichnete das südkoreanische Militär als "Marionettenarmee, deren Befehlsgewalt in den Händen der USA liegt".

Die Führung in Pjöngjang kritisiert die Militärmanöver der USA und Südkorea seit langem als Proben für eine Invasion. Am Donnerstag feuerte Nordkorea zudem zehn ballistische Kurzstreckenraketen mit einer Reichweite von etwa 300 Kilometern ab.

Quelle: ntv.de, chr/rts

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