Politik

Wegen Kauf von Waffenteilen USA sanktionieren Russen für Nordkoreas Atomprogramm

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Eine Frau betrachtet einen Fernsehbildschirm in einem Bahnhof, auf dem eine Nachrichtensendung über Nordkoreas Raketen gezeigt wird.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Nordkoreas jüngste Raketentests lassen darauf schließen, dass Pjöngjang an einem neuen Interkontinental-Raketensystem arbeitet. In diesem Zusammenhang verhängen die USA Sanktionen gegen russische Unternehmer. Sie sollen Nordkorea beim Bau von Massenvernichtungswaffen unterstützen.

Die US-Regierung hat wegen angeblicher Unterstützung von Nordkoreas Waffen- und Raketenprogramm Sanktionen gegen zwei Unternehmer und drei Firmen aus Russland verhängt. Sie hätten einem bereits mit Sanktionen belegten Nordkoreaner in Russland geholfen, Teile für die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen und Raketen anzukaufen, teilte das Finanzministerium mit.

Nordkoreas andauernde Tests ballistischer Raketen verstießen gegen internationales Recht und stellten eine "große Bedrohung der globalen Sicherheit" dar, betonte das Ministerium. Infolge der Sanktionen wird jeglicher möglicher Besitz der betroffenen Personen und Firmen in den USA eingefroren. US-Bürgern und Firmen ist es verboten, mit ihnen Geschäfte einzugehen oder sie finanziell zu unterstützen. Wer weiter mit den zwei Russen oder den drei Unternehmen Geschäfte macht, könnte daraufhin selbst mit Sanktionen belegt werden, wie das Finanzministerium warnte.

Ausländische Banken, die ihnen wissentlich Transaktionen ermöglichen, könnten demnach vom US-Finanzsystem ausgeschlossen werden. Die Sanktionen haben für die Betroffenen mitunter weitreichende Konsequenzen - auch falls diese gar kein Vermögen oder Geschäfte in den USA haben. Sie erschweren betroffenen Personen und Firmen viele internationale Geschäfte, weil westliche Banken und Unternehmen nicht riskieren wollen, gegen US-Sanktionen zu verstoßen.

Langstreckenraketen könnten Atomwaffen tragen

Die US-Regierung hatte am Donnerstag erklärt, Nordkoreas jüngste Raketentests stünden im Zusammenhang mit der Arbeit Pjöngjangs an einem neuen Interkontinental-Raketensystem. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un will das Raumfahrtprogramm des Landes vorantreiben.

Kim habe bei einem Inspektionsbesuch die Modernisierung und Erweiterung der Satelliten-Startanlage Sohae angeordnet, berichteten die Staatsmedien. Von dort sollen demnach verschiedene Trägerraketen starten können, "die Mehrzwecksatelliten einschließlich eines militärischen Aufklärungssatelliten tragen". Nordkorea hatte bereits in der Vergangenheit in seinem umstritten Raumfahrtzentrum an der Westküste Raketen gestartet, die angeblich Satelliten ins All bringen sollten. Im Ausland ging man von verdeckten Tests mit militärischen Langstreckenraketen aus, die Atomwaffen tragen könnten.

Quelle: ntv.de, lve/dpa

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