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USA sichern Airport nicht lange USA signalisieren NATO Frist für Kabul-Einsatz

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Die USA wollen ihren Einsatz Ende des Monats beenden - es wäre wohl auch das Aus für die Rettungsaktionen anderer Staaten.

(Foto: via REUTERS)

Die USA stürzen Afghanistan mit ihrem Abzug ins Chaos. Hektisch versuchen die Verbündeten, eigene Staatsangehörige und Helfer außer Landes zu bringen. Ob ihnen dies gelingt, hängt wiederum von Washington ab. Und von dort gibt es nun Signale für ein baldiges Ende des Einsatzes.

Die USA wollen nach Angaben von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg den Evakuierungseinsatz am Flughafen von Kabul in weniger als zwei Wochen beenden. Die Vereinigten Staaten hätten signalisiert, dass ihr Zeitplan am 31. August ende, sagte der Norweger nach einer Videokonferenz mit den Außenministern der Bündnisstaaten. Zugleich bestätigte er, dass sich mehrere Alliierte bei den Gesprächen für die Möglichkeit einer Verlängerung des Einsatzes ausgesprochen haben. Es gehe darum, mehr Leute aus dem Land zu bringen, sagte er.

Dass der Betrieb des Flughafens in Kabul ohne die USA aufrechterhalten werden kann, gilt als unwahrscheinlich. Sie waren zuletzt mit rund 5200 US-Soldatinnen und -Soldaten vor Ort, um nach der Machtübernahme der Taliban den Evakuierungseinsatz abzusichern.

Die niederländische Außenministerin Sigrid Kaag etwa sagte: "Wir sind total von ihnen (US-Streitkräften) abhängig." Rund 700 Niederländer müssten noch schnell evakuiert werden. Kaag sprach sich dafür aus, dass die US-Amerikaner auch nach dem 31. August in Afghanistan bleiben sollten, um die Evakuierung sicherzustellen.

US-Präsident Joe Biden geht davon aus, dass zwischen 50.000 und  65.000 Menschen von den USA in Sicherheit gebracht werden wollen. Möglicherweise bleiben auch über den 31. August hinaus US-Truppen in Kabul - sicher ist das nicht. Zudem ist ungewiss, wie sich die Taliban verhalten.

Bundeswehr hat 1700 Menschen ausgeflogen

Derweil hat die Bundeswehr laut Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bislang 1700 Menschen über eine Luftbrücke in Sicherheit gebracht. Es ist der bislang größte Evakuierungseinsatz der Bundeswehr. Die US-Streitkräfte flogen seit Samstag Biden zufolge 13.000 Menschen ins Ausland.

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Unterdessen hat die Bundeswehr zwei kleine Hubschrauber nach Kabul verlegt, die für die Rettung einzelner Deutscher oder auch Ortskräfte eingesetzt werden sollen. Sie seien ab dem morgigen Samstag einsatzbereit, sagte Generalinspekteur Eberhard Zorn. Die Maschinen des Typs H-145M mit insgesamt 13 Soldaten sind den Spezialkräften zugeordnet und wurden von der amerikanischen Seite angefordert. Diese benötige im städtischen Umfeld kleinere Maschinen als ihre großen Hubschrauber. "Die haben wir."

Die Helikopter werden nach Zorns Angaben nur in Kabul eingesetzt. Es gebe keine Möglichkeit, über den Hindukusch nach Masar-i-Scharif zu fliegen, um jemanden abzuholen. In Masar-i-Scharif war die Bundeswehr stationiert gewesen. Dort dürften sich noch ehemalige Ortskräfte aufhalten, die der Bundeswehr geholfen haben. Diese ist bei ihrem Evakuierungseinsatz bisher nur innerhalb des Flughafens Kabul aktiv, der von US-Truppen gesichert wird. Länder wie die USA und Frankreich haben jetzt schon Hubschrauber im Einsatz, um Schutzbedürftige zum Flughafen zu bringen.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

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