Politik

Angebliche "Narko-Terroristen"USA töten erneut Menschen auf Boot im Pazifik

10.02.2026, 08:26 Uhr
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Die USA haben verstärkt Kriegsschiffe in die Region entsandt, um gegen Drogenhandel vorzugehen. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Fast 130 Menschen sind bisher bei US-Angriffen auf Boote im Pazifik getötet worden. Die Regierung spricht von Drogenterrorismus. Kritiker sehen darin außergerichtliche Hinrichtungen. Das Südkommando des US-Militärs attackiert nun erneut ein verdächtiges Boot.

Bei einem Luftangriff auf ein Boot von mutmaßlichen Drogenschmugglern im Ostpazifik sind nach Angaben der US-Streitkräfte zwei Menschen getötet worden. Eine weitere Person habe die Attacke überlebt, teilte das für die Region zuständige Südkommando des Militärs (Southcom) auf X mit. Die US-Küstenwache sei alarmiert worden, um nach dem Überlebenden zu suchen.

Das Boot sei von einer als Terrororganisation deklarierten Gruppe betrieben worden, hieß es in der Mitteilung. Das Südkommando bezeichnete sie als "Narko-Terroristen". Geheimdienstinformationen zufolge sei es auf einer bekannten Drogenschmuggler-Route unterwegs gewesen.

Seit September vergangenen Jahres greifen die US-Streitkräfte immer wieder Schnellboote in der Karibik und im Pazifik an, die mit Rauschgift beladen sein sollen. Bei bislang knapp 40 Attacken wurden offiziellen Angaben zufolge fast 130 Menschen getötet. In der jüngst veröffentlichten nationalen Verteidigungsstrategie der Regierung von US-Präsident Donald Trump wird das militärische Vorgehen gegen mutmaßliche Drogenschmuggler zur Priorität erhoben. Die Regierung hat jedoch nie Beweise vorgelegt, dass es sich bei den Getöteten tatsächlich um Drogenschmuggler handelte. Kritiker stufen die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig ein.

Quelle: ntv.de, raf/dpa/AFP

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