Politik

Terror in Afghanistan hält an USA wollen Abkommen mit Taliban prüfen

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Ein ausgebranntes Auto in Kabul nach einem Bombenanschlag im Januar.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Im Februar 2020 schließt die US-Regierung ein Abkommen mit den Taliban: Die USA ziehen ihre Truppen aus Afghanistan ab, dafür verübt die Miliz keine Anschläge mehr in dem Land. Doch die Angriffe nehmen wieder zu und töten zahlreiche Menschen. Darauf reagiert die neue US-Regierung unter Biden.

Die US-Regierung will ihr Abkommen mit den radikalislamischen Taliban in Afghanistan auf den Prüfstand stellen. Washington wolle überprüfen, ob die Taliban ihre Verpflichtungen einhielten, sagte eine Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats in Washington. Der neue Nationale Sicherheitsberater Jake Sullivan habe dies seinem afghanischen Kollegen bereits mitgeteilt.

Die US-Regierung will demnach prüfen, ob die Taliban ihre Verbindungen zu terroristischen Gruppen beendet, die Gewalt in Afghanistan reduziert und sich auf ernsthafte Friedensverhandlungen mit der afghanischen Regierung eingelassen haben.

Im Februar vergangenen Jahres hatte die US-Regierung ein Abkommen mit den Taliban geschlossen. Die USA sagten damals einen vollständigen Truppenabzug bis Mitte 2021 zu, im Gegenzug gaben die Taliban Sicherheitsgarantien ab. Zuletzt hatten die Angriffe in Afghanistan aber wieder stark zugenommen.

Vor allem in Kabul gerieten zunehmend auch Politiker, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten ins Visier von Extremisten. Am Sonntag erschossen bewaffnete Angreifer zwei Richterinnen. Die Attentäter lauerten den Juristinnen nach Behördenangaben am Morgen auf, als sie in der afghanischen Hauptstadt mit einem Dienstwagen zur Arbeit gefahren wurden. Beide arbeiteten am Obersten Gericht Afghanistans.

Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. Präsident Aschraf Ghani machte die Taliban für den Überfall verantwortlich und warf ihnen vor, in Afghanistan einen "unrechtmäßigen Krieg" zu führen. Durch "Gewalt, Terror, Brutalität und Verbrechen" werde dieser Krieg nur länger. Wenn die Taliban an Frieden interessiert seien, sollten sie einem Waffenstillstand zustimmen, forderte Ghani.

Mindestens 27 Menschen getötet

Auch der Geschäftsträger der US-Botschaft in Kabul, Ross Wilson, machte die Taliban für die Ermordung der Richterinnen verantwortlich. Wenn es in Afghanistan Frieden gebe solle, müssten solche Taten enden, schrieb Wilson im Onlinedienst Twitter.

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In der Nacht von Montag auf Dienstag wurden bei landesweiten Angriffen mindestens 27 Sicherheitskräfte getötet. Kämpfer der militant-islamistischen Taliban hätten über Nacht mindestens 20 Soldaten in der nördlichen Provinz Kundus getötet, sagte Provinzratschef Jusuf Ajubi. In den Provinzen Baghlan, Badachschan, Helmand und Farah wurden mindestens sechs weitere Polizisten getötet, wie Provinzräte berichteten.

Zwar laufen seit Mitte September 2020 Friedensgespräche zwischen der afghanischen Republik und den Taliban in Doha. Eine Waffenruhe lehnen die Taliban weiterhin ab. Experten sehen hinter ihren Angriffen den Versuch, Afghanistans Zivilgesellschaft einzuschüchtern und zu schwächen. Die Taliban wollen wieder an der Macht beteiligt werden. Sie hatten Afghanistan zwischen 1996 und 2001 regiert. Eine von den USA angeführte Militärintervention nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA setzte ihrer Herrschaft ein Ende.

Quelle: ntv.de, chf/dpa/AFP

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