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"Wir haben es satt"-Demo Über 10.000 Menschen fordern Agrar-Wende

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Rund 130 Traktoren begleiteten den Protestzug.

(Foto: REUTERS)

Anlässlich der Grünen Woche in Berlin versammeln sich viele Tausend Kritiker der Agrar-Industrie zum Protest in der Hauptstadt. Sie fordern eine nachhaltigere Landwirtschaft und werfen Minister Schmidt Unwillen vor. Der CSU-Politiker kontert .

Unter dem Motto "Wir haben es satt!" haben mehr als 10.000 Menschen in Berlin für eine Neuausrichtung der Landwirtschaft und gegen die "Agrarindustrie" demonstriert, darunter Bauern, Tier- und Umweltschützer. Von den Grünen gab es Lob, von anderen Seiten Kritik.

Während die Veranstalter rund 18.000 Teilnehmer zählten, sprach die Polizei von mehr als 10.000. Sie zogen vom Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor. Den Auftakt der Demonstration von Bauern, Umwelt- und Tierschützern bildete ein Konvoi, an dem sich laut Veranstalter 130 Traktoren beteiligten.

Die Demonstranten überreichten am Landwirtschaftsministerium ein Papier mit Forderungen. Rund 100 Organisationen, darunter Verbände von konventionell und ökologisch wirtschaftenden Bauern, hatten zu dem Protestmarsch aufgerufen. Sie fordern einen Richtungswechsel und positionieren sich gegen Massentierhaltung. Auch Politiker der Grünen nahmen teil.

Gegenprotest versammelt sich am Hauptbahnhof

Anlass der Proteste ist die Agrarmesse Grüne Woche, die gestern in Berlin begonnen hatte. Der Vorsitzende der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, kritisierte Bundesagrarminister Christian Schmidt scharf. "Die CSU-Agrarpolitik ist ein Scherbenhaufen." Die Messe wäre der richtige Ort, die Agrarwende zu verkünden, doch der "Schnitzelminister Schmidt" führe lieber einen ideologischen Feldzug gegen Vegetarier und Veganer.

Schmidt sagte: "Es wird nicht so bleiben können, wie es ist." Wer an Lösungen in "revolutionären Akten" glaube, übersehe dabei jedoch, dass Verbesserungen unter dem rollenden Rad erreicht werden müssten. "Kernaufgabe der Landwirtschaft ist und bleibt die Ernährungssicherung." Schmidt rief zudem zu einer "Gemeinschaftsaktion" mit den Bauern auf.

Ähnliche Ansätze forderten Gegendemonstranten am Berliner Hauptbahnhof. Dort kamen nach Angaben der Veranstalter rund 700 Menschen und 50 Traktoren am Morgen zusammen. Sie warfen der "Wir haben es satt"-Demonstration Diffamierung vor. Ihr Gegenmotto lautete "Wir machen Euch satt". Es sei die vorrangige Aufgabe "Lebensmittel in ausreichender Menge und sicherer Qualität ressourcenschonend zu erzeugen", sagte eine Sprecherin. "Das wird in den gesellschaftlichen und politischen Diskussionen heute leider viel zu häufig vergessen."

Quelle: n-tv.de, shu/dpa

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