Bereits jetzt mehr als 2025Europa setzt bei Ukraine-Hilfe vermehrt auf Drohnen

Eine Analyse von Wirtschaftsforschern belegt eine strategische Wende bei den Waffenlieferungen. Die finanzielle Unterstützung für unbemannte Flugsysteme übersteigt bereits jetzt die des gesamten Vorjahres.
Drohnen werden bei der europäischen Militärhilfe für die Ukraine nach Darstellung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft immer wichtiger. Die bestätigte bilaterale Militärhilfe für Drohnen stieg in den ersten vier Monaten dieses Jahres demnach auf etwa 1,6 Milliarden Euro. Im gesamten Vorjahr habe dieser Betrag bei 1,2 Milliarden Euro gelegen.
Die Zahlen umfassten nur Mittel, die eindeutig europäischen Gebern zugeordnet werden konnten, erklärte das Institut. "Das tatsächliche Volumen dürfte daher noch höher sein." Im Jahr 2022, als Russland im Februar seine Invasion in die Ukraine begann, lag die für Drohnen zugewiesene bestätigte bilaterale Militärhilfe demnach noch bei 400 Millionen Euro.
Im März und April dieses Jahres stellte Deutschland der Ukraine Militärhilfe in Höhe von 4,2 Milliarden Euro bereit, "vor allem für Luftabwehr und Drohnen", wie das Kieler Institut mitteilte.
Demnach gewährte die Bundesrepublik in diesem Zeitraum 500 Millionen Euro für die Anschaffung von Drohnen, ebenso wie Norwegen. Die Niederlande trugen demnach 250 Millionen Euro bei. Das Vereinigte Königreich habe mindestens 120.000 Drohnen bereitgestellt - "die größte Drohnenzuweisung, die jemals im Rahmen einer einzelnen Zuweisung angekündigt wurde".
Das Kieler Institut für Weltwirtschaft erfasst und quantifiziert nach eigenen Angaben militärische, finanzielle und humanitäre Hilfen, die der Ukraine seit Anfang 2022 zugesagt wurden. Insgesamt 41 Länder werden berücksichtigt. Datenquellen sind Bekanntgaben offizieller Regierungsstellen und Berichte internationaler Medien.