Politik

Kämpfer aus Mariupol-Stahlwerk Kiew meldet bislang größten Gefangenenaustausch

Nach ukrainischen Angaben einigen sich Kiew und Moskau auf einen Gefangenenaustausch, bei dem auch zahlreiche Kämpfer aus Mariupol wieder in ihre Heimat zurückkehren können. Einigen von ihnen hätte andernfalls womöglich die Todesstrafe gedroht.

Bei dem bislang größten Gefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine sind nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums 144 ukrainische Soldaten befreit worden. Darunter seien 95 Kämpfer aus dem Asow-Stahlwerk in Mariupol, erklärte die Geheimdienstabteilung des ukrainischen Verteidigungsministeriums bei Telegram. Angaben zu Ort und Zeitpunkt des Austauschs wurden zunächst nicht gemacht.

Auch die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine gaben einen Austausch von je 144 Gefangenen bekannt. Die entsprechende Zahl von Kämpfern der selbsternannten Volksrepublik Donezk und Russlands kehrten nun nach Hause zurück, erklärt der Leiter der abtrünnigen Region, Denis Puschilin, auf Telegram. Es seien im Gegenzug 144 gefangengenommene Ukrainer an die Regierung in Kiew überstellt worden. Die meisten davon seien verwundet.

Das ukrainische Verteidigungsministerium erklärte, die meisten der jetzt freigekommenen Soldaten seien schwer verletzt durch Schüsse oder Splitter, andere hätten Verbrennungen und Knochenbrüche. Sie würden nun medizinisch und psychologisch betreut.

Tausende ukrainische Kämpfer hatten das Asow-Stahlwerk wochenlang gegen die russische Armee verteidigt und sich in unterirdischen Tunneln der riesigen Anlage verschanzt. Mitte April ergaben sich schließlich Hunderte Kämpfer.

Nach Angaben der prorussischen Separatisten wurden sie als "Kriegsgefangene" in die selbsternannte Volksrepublik Donezk gebracht. Ein Separatistenvertreter hatte Ende Mai gesagt, mindestens einem Teil von ihnen drohe die Todesstrafe.

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Zuletzt hatte die Ukraine nach eigenen Angaben erneut Leichen gefallener Soldaten aus den eigenen Reihen von Russland erhalten. "Die Ukraine hat die Körper von 46 heldenhaften Verteidigern für ihre würdige Bestattung zurückgeholt", hatte das Ministerium für Reintegration in Kiew am Vortag mitgeteilt.

21 der Leichen seien von Verteidigern des Stahlwerks Asowstal, hieß es. Die Übergabe habe im südostukrainischen Gebiet Saporischschja stattgefunden. Ob und wie viele Tote an die russische Seite übergeben worden seien, wurde nicht mitgeteilt. Tags zuvor hatten Vertreter der abtrünnigen Region Donezk mitgeteilt, dass sie insgesamt 172 Leichen ukrainischer Soldaten auf dem Territorium von Asowstal gefunden hätten.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 29. Juni 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mbe/AFP/rts

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