Politik

Hilfspaket für Modernisierung NATO stützt Abschied der Ukraine von Sowjet-Waffen

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Die USA unterstützen die Ukraine mit der Lieferung von modernen Mehrfachraketenwerfern des Typs HIMARS.

(Foto: picture alliance / abaca)

Meist muss die Ukraine im Kampf gegen Russland auf Kriegsgerät aus der Zeit der Sowjetunion zurückgreifen. Die veralteten Systeme stellen ein Problem dar. Denn die NATO hat Schwierigkeiten, den passenden Nachschub zu liefern. Das will Generalsekretär Stoltenberg ändern.

Die NATO will der Ukraine noch stärker beim Umstieg auf westliche Waffensysteme helfen. Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte am Rande eines Verteidigungsministertreffens, er erwarte, dass sich die Alliierten beim Gipfeltreffen Ende Juni in Madrid auf ein umfassendes Unterstützungspaket einigen. Dieses solle auch den Übergang von Ausrüstung aus der Sowjetzeit zu moderner NATO-Ausrüstung und die Interoperabilität mit dem westlichen Militärbündnis erleichtern.

In Madrid soll nach Stoltenbergs Worten ein "umfassendes Hilfspaket" für die Ukraine geschnürt werden. Die NATO-Staaten wollten dem Land beim "langfristig beim Übergang von Ausrüstung aus der Sowjetzeit hin zu moderner NATO-Ausrüstung helfen", fügte er hinzu.

Angesichts der russischen Offensive in der Ostukraine nannte Stoltenberg zusätzliche Waffenlieferungen an Kiew vorrangig: "Die Ukraine ist in einer kritischen Lage, und es gibt dringenden Bedarf, mehr zu tun", sagte der Generalsekretär. Insbesondere die Lieferung komplexer Luftabwehrsysteme werde aber wegen der nötigen Ausbildung der ukrainischen Kräfte "einige Zeit dauern", betonte er. Für die Kämpfe im Donbass hatte Präsident Selenskyj nach Angaben eines Beraters zuvor unter anderem 500 Panzer, 2000 gepanzerte Fahrzeuge, 1000 Haubitzen und 300 Mehrfachraketenwerfer der USA verlangt.

Bislang nutzt die Ukraine überwiegend Ausrüstung, die noch zu Zeiten der Sowjetunion entwickelt wurde. Das erschwert es dem Westen derzeit auch, Nachschub an Waffen und Munition zur Verfügung stellen. Die Vorbereitungen für die Unterstützung laufen bereits seit längerem. Stoltenberg hatte bereits im April gesagt, die NATO arbeite daran, der Ukraine beim Umstieg auf Waffen und Systeme nach NATO-Standard zu unterstützen. Der Übergang erfordere viel Wissensaustausch und Know-how, erklärte der Norweger. Es sei eine Herausforderung, von den älteren auf modernere Systeme umzusteigen.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 15. Juni 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, lve/AFP/dpa

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