Appell von KlitschkoZehntausende Einwohner sollen Kiew vorübergehend verlassen

Nach den Angriffen auf Kiew mit vier Toten fehlen den Menschen in mehreren Stadtteilen Heizung, Strom und Wasser. Die Behörden rufen sie zum Verlassen der Stadt auf, bis die Situation wieder besser ist. Aktuell liegen die Temperaturen deutlich unter Null.
Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, hat an die Einwohner der Stadt appelliert, sie sollten vorübergehend aus der Stadt hinausfahren, wenn sie die Möglichkeit haben. Sie sollen Orte aufsuchen, an denen es alternative Energie- und Wärmequellen gibt. Auch mit Kiews Wasserversorgung gibt es Probleme. In der Region werden die Temperaturen in den nächsten Tagen laut Vorhersagen weiterhin deutlich unter dem Gefrierpunkt liegen.
Nach den nächtlichen russischen Angriffen auf Ziele in Kiew ist in tausenden Wohnhäusern der ukrainischen Hauptstadt die Heizung ausgefallen. Etwa 6000 Wohnblöcke seien betroffen, erklärte Bürgermeister Vitali Klitschko. In einem außergewöhnlichen Appell rief er die betroffenen Bürger auf, die Stadt nach Möglichkeit vorübergehend zu verlassen.
In Kiew herrschten am Freitag minus acht Grad und es wurde mit einem weiteren Sinken der Temperaturen gerechnet. Klitschko erklärte, diejenigen ohne Heizung, die die Möglichkeit hätten, sollten sich vorübergehend an Orte begeben, wo sie über Lebensmittel und eine Wärmequelle verfügen.
Katarische Botschaft beschädigt
Bei den russischen Angriffen mit Raketen und Drohnen wurden in der Nacht in Kiew vier Menschen getötet und 24 weitere verletzt, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Mehrere Geschosse schlugen in Wohngebäuden ein. Menschen rannten in Schutzräume, während Sirenen, russische Drohnen und Raketen sowie Explosionen zu hören waren.
Dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj zufolge wurden durch die erneuten Angriffe in Kiew 20 Wohnhäuser beschädigt. Eine russische Drohne habe außerdem am Gebäude der katarischen Botschaft Schaden angerichtet.