Politik

Angriff auf Putins Nachschubwege Ukraine: Auch Staudamm-Brücke nach Beschuss unbrauchbar

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Bereits seit mehreren Wochen patrouillieren russischen Soldaten auf der Brücke am Wasserkraftwerk von Kachowka.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

In den vergangenen Wochen greift die ukrainische Armee gezielt russische Nachschublinien am strategisch wichtigen Dnipro an. Russland verliert mehrere Munitionslager, mehrere Brücken in der Region Cherson sind unbrauchbar. Nun schlägt die Ukraine anscheinend weiter nördlich zu.

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben durch Raketenbeschuss eine Brücke beim Staudamm von Nowa Kachowka im Süden der Ukraine unbrauchbar gemacht. Das Armeekommando Süd sprach auf Facebook von einem akkuraten und wirksamen Treffer. Es soll sich erneut um eine wichtige Transportroute der russischen Truppen für Nachschublieferungen handeln.

Von der Besatzungsverwaltung gibt es bisher keine Informationen zu dem Beschuss. Am Vortag hatte der russische Sender RT lediglich über regelmäßigen Beschuss der Brücke, über den Schiffskanal und den Staudamm selbst berichtet.

Seit Russland hat die Ukraine überfallen hat, halten russische Truppen unter anderem das südukrainische Gebiet Cherson am Unterlauf des Dnipro weitgehend besetzt. Bei Nowa Kachowka führt eine von drei Brücken in der Region über den Fluss. Mithilfe von westlichen Raketensystemen versucht die ukrainische Armee seit einigen Wochen systematisch, alle drei zu zerstören. Damit sollen die russischen Einheiten am westlichen Ufer des Dnipro von den Soldaten auf der östlichen Seite sowie von möglichen Nachschublinien abgeschnitten werden.

Die Eisenbahnbrücke und die Straßenbrücke bei Cherson hatten die Ukrainer dabei bereits unbrauchbar gemacht. Um den Dnipro weiter überqueren zu können, hatten die russischen Truppen eine Fährverbindung für Zivilisten und Pontonbrücken für das eigene Militär über den knapp einen Kilometer breiten Fluss eingerichtet.

Lange Front im Südwesten

Großbritannien hatte zuletzt mitgeteilt, dass eine neue Phase des russischen Angriffs auf die Ukraine begonnen haben könnte. Die meisten Kämpfe verlagern sich demnach an eine fast 350 Kilometer lange Front im Südwesten des Landes. Diese verläuft demnach parallel zum Dnipro von der Gegend um Saporischschija im Landesinnern bis nach Cherson nahe der ukrainischen Schwarzmeerküste.

Demnach zieht Russland Streitkräfte im Süden des Landes zusammen, um die ukrainische Gegenoffensive zu stoppen. Lange Konvois aus Militärlastwagen, Panzern und Artillerie sollen vom Donbass im Osten der Ukraine in Richtung Südwesten gefahren sein. Zusätzliches Personal wurde auf der Halbinsel Krim stationiert, wo es am Mittwoch zu mehreren Explosionen kam. Russischen Angaben zufolge explodierte ein Munitionsdepot auf dem Militärstützpunkt Saki am Schwarzen Meer.

Die Ukraine dementiert, für den Angriff verantwortlich zu sein. In den vergangenen Wochen hatte sie allerdings mehrfach angegeben, mit modernen westlichen Raketensystemen russische Munitionslager angegriffen und zerstört zu haben. Auch für den 9. und 8. August meldeten Vertreter der ukrainischen Regionalregierungen und Nutzer in sozialen Medien erfolgreiche Angriffe auf russische Nachschublager.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 10. August 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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