Politik

Humvees mit Plastiktüren Ukrainische Armee schimpft über US-Jeeps

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Ende März wurden die von den USA gelieferten Humvees in der Ukraine präsentiert.

(Foto: AP)

Die US-Regierung unterstützt die ukrainischen Soldaten im Kampf gegen die Separatisten mit militärischem Gerät. Doch die Ausrüstung befindet sich offenbar vielfach in mangelhaftem Zustand.

Es ist ruhiger geworden in der Ukraine. Vor einem Jahr war der Kampf um die östlichen Gebiete in vollem Gange. Heute wird an vielen Stellen entlang der Konfliktlinie nicht mehr gekämpft. Die Gründe sind nicht eindeutig. Das Minsker Abkommen mag eine Rolle spielen. Zuletzt schien es, als verfolgten die Separatisten keine weiteren Geländegewinne. Als mögliche Erklärung gilt auch die Tatsache, dass die ukrainische Armee dank der militärischen Unterstützung der USA die Lage weitgehend unter Kontrolle bringen konnte.

Die "Washington Post" widerspricht dieser Vermutung jedoch deutlich. Ein Artikel der Zeitung kommt zu dem Urteil: Die von den Amerikanern gelieferte Militärausrüstung im Wert von 260 Millionen Dollar ist teilweise in einem schlechten Zustand.

In der ukrainischen Armee wird darüber offen geklagt. Einige der 100 Humvees, die die USA im Frühjahr lieferten, stammen den Seriennummern zufolge aus den späten 80ern. Einige der Geländefahrzeuge haben Türen und Fenster aus Plastik und verfügen damit über keinerlei Schutz. Bei einem Humvee sei nach kurzer Zeit ein Reifen geplatzt, weil dieser angeblich zu lang in einem Lagerhalle gestanden hat. Eine ukrainische Infanterieeinheit, die aus 120 Männern besteht, erhielt lediglich eine kugelsichere Weste – ein Modell, dass US-Truppen schon seit Mitte der 2000er Jahre nicht mehr benutzen.

"Ob das bedeutet, das alles perfekt war? Natürlich nicht"

Der Kommandant einer ukrainischen Sonderheit klagt in der "Washington Post": Wenn die Amerikaner uns schon Ausrüstung schicken, dann bitte kein gebrauchtes Material. Der schlechte Zustand der Ausrüstung könnte die Moral der ukrainischen Armee schwächen. Das werfe die Frage auf, wie Kiew im Kampf gegen die von Russland modern ausgestatteten Separatisten bestehen solle.

Pentagon-Sprecher Joe Sowers wollte die Kritik nicht kommentieren. Man werde die Ukraine weiterhin mit Ausrüstung versorgen, um dem Land zu helfen, die eigenen Grenzen zu sichern. Es sei damals wichtig gewesen, der Ukraine schnell zu helfen, sagte ein Beamter aus dem Pentagon der Zeitung. "Ob das bedeutet, das alles perfekt war? Natürlich nicht."

In US-Regierungskreisen verweist man jedoch darauf, dass nicht alles von dem gelieferten Material alt und gebraucht gewesen sei. Die Nachtsichtgeräte seien ebenso neu und modern gewesen wie die Erste-Hilfe-Sets, Mörser-Radare und die Kommunikationsausrüstung.

Quelle: ntv.de, cro

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