Trotz Fürsprecher im MilitärUkrainischer Geheimdienstchef Maljuk tritt zurück

Präsident Selenskyj baut den ukrainischen Sicherheitsapparat um. Davon betroffen ist auch SBU-Chef Maljuk. Der Geheimdienstler soll einen neuen Posten erhalten.
Der bisherige Leiter des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU, Wassyl Maljuk, tritt von seinem Posten zurück. Das geht aus einem Post des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hervor. Er habe mit Maljuk über mögliche Kandidaten zur Ernennung als neue SBU-Leitung gesprochen, schrieb Selenskyj in sozialen Medien. Maljuk bestätigte bei Telegram, dass er zurücktrete und gab an, im SBU-System zu bleiben, um "asymmetrische Spezialoperationen von Weltniveau" umzusetzen.
Es brauche mehr ukrainische "asymmetrische Operationen" gegen Russland und mehr starke Ergebnisse bei der Vernichtung des Feinds, führte Selenskyj aus, ohne Details zu nennen, um welche Art Operationen es sich genau handelt. Darin sei Malkjuk am stärksten, und das werde er auch weiterhin im SBU tun. Maljuk hatte die Leitung des SBU im Jahr 2023 übernommen. Unter seiner Führung hat der Dienst eine Reihe aufsehenerregender Einsatze ausgeführt, darunter Angriffe auf die Krim-Brücke und auf Stützpunkte russischer strategischer Bomber im Rahmen der "Operation Spinnennetz". Per Dekret ordnete Selenskyj an, dass der Leiter des Zentrums für Spezialoperationen "A", Jewgenij Chmara, als Interimschef die SBU-Leitung übernimmt.
In den vergangenen Tagen hatten sich mehrere ukrainische Militärs für den Verbleib Maljuks starkgemacht. Beispielsweise verwies der Kommandeur der Vereinigten Streitkräfte, Mychajlo Drapatyj, auf Telegram auf Maljuks Erfolge. "Seine Effizienz wird nicht an der Öffentlichkeit der Operationen gemessen, sondern am Niveau der inneren Sicherheit und dem Einfluss auf die Kampfkraft des Gegners", schrieb Drabatyj in einem Beitrag. "Außerdem verdanke ich meine eigene Sicherheit auch Maljuk und seinem Team."
Selenskyj stellt derzeit den Sicherheits- und Verteidigungsapparat seines Landes personell teils neu auf. So ernannte er den bisherigen Militärgeheimdienstchef Kyrylo Budanow zum Chef seines Präsidentenamtes und kündigte einen Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums an. Der Vizeregierungschef und Minister für digitale Transformation, Mychajlo Fedorow, soll das Amt von Denys Schmyhal übernehmen, hatte Selenskyj gesagt. Schmyhal wiederum soll Energieminister werden. Das Parlament muss die Personalien bestätigen.