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Strengere Grenzwerte gefordert Umweltbehörde geht Feinstaub-Risiken an

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Viele Städte kämpfen mit einer erhöhten Feinstaubkonzentration.

(Foto: picture alliance/dpa)

In der Diskussion über Fahrverbote für Dieselautos geht es vornehmlich um den Stickoxidausstoß. Dabei sehen Experten die Feinstaubbelastung in der Luft als die viel größere Gefahr an. Das Umweltbundesamt kündigt nun an, die Regeln dafür künftig enger fassen zu wollen.

Das Umweltbundesamt drängt auf strengere Grenzwerte für Feinstaub. Behördenchefin Maria Krautzberger verwies in der "Süddeutschen Zeitung" auf entsprechende Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO. "Auch wir im Umweltbundesamt sehen die Risiken durch zu hohe Feinstaubkonzentrationen", sagte Krautzberger. Daher halte ihre Behörde eine "Diskussion über schärfere Grenzwerte" für "erforderlich".

Die Gefahren durch Feinstaub sind in Verbindung mit der Debatte um Dieselfahrverbote und den Stickoxidausstoß von Diesel-Fahrzeugen wieder stärker ins Bewusstsein gerückt. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hatte am Dienstag in einem Gutachten zwar die Gefahren durch Stickoxide bestätigt, Feinstaub jedoch als das weitaus schwerwiegendere Problem eingestuft. Daher müsse es zusätzliche Anstrengungen geben, um die Feinstaubkonzentrationen in der Luft zu verringern, forderten die Wissenschaftler.

Auch die WHO prüft derzeit dem Bericht zufolge eine Verschärfung ihrer Richtlinien für Feinstaub. Es gebe Hinweise auf Gesundheitseffekte bei noch geringeren Konzentrationen als bisher gedacht, hieß es. Feinstaub gilt als eine Ursache für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Lungenkrebs und Diabetes. Die EU-Grenzwerte für Feinstaub werden in Deutschland zwar in der Regel eingehalten. Allerdings liegen sie etwa doppelt so hoch wie von der WHO empfohlen.

Die "SZ" zitierte den Forscher Jos Lelieveld, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie, mit den Worten: "Wir schätzen die Verringerung der Lebenszeit durch Luftschadstoffe in Deutschland auf 2,4 Lebensjahre." Davon gingen 20 Prozent auf das Konto des Verkehrs. Nach Erkenntnissen der Leopoldina steigt die Sterblichkeit in Europa durch viel Feinstaub demnach um sieben Prozent.

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Quelle: n-tv.de, jog/AFP

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