Politik

Nur noch 27 Prozent Union stürzt auf Vor-Corona-Niveau

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Miese Umfragewerte und eine ungeklärte K-Frage - auf die Union dürften schwierige Wochen zukommen. So harmonisch wie auf diesem Archivbild von 2019 gehen Laschet und Söder nicht mehr miteinander um.

(Foto: picture alliance / Flashpic)

Nach Beginn der Pandemie habe die CDU von der Stunde der Exekutive profitiert, sagt der Politologe Herfried Münkler. "Aber das war ein Vorschuss, der bei Nichteinlösung des Erwarteten auch wieder einkassiert wird." Genau das passiert offenbar gerade.

Die Unionsparteien verlieren weiter an Zustimmung. In einer aktuellen Umfrage des Instituts Kantar für die "Bild am Sonntag" kommen CDU und CSU zusammen nur noch auf 27 Prozent. Das sind vier Punkte weniger als in der Vorwoche und neun Punkte weniger als zu Jahresbeginn. Zuletzt hatte die Union bei Kantar vor einem Jahr einen so schlechten Wert.

Der Koalitionspartner SPD kann von der Schwäche der Union kaum profitieren: Die Partei kommt in dieser Woche auf 17 Prozent - plus ein Punkt. Die Große Koalition hätte damit keine Mehrheit mehr.

Größte Gewinner sind die Grünen. Sie legen drei Prozentpunkte zu und erreichen in dieser Woche 22 Prozent. Auch die FDP legt zwei Punkte zu, kommt auf zehn Prozent und ist damit zum ersten Mal seit November 2019 zweistellig. Die AfD verliert einen Punkt und kommt auf zehn Prozent, die Linke bleibt stabil bei acht Prozent.

Rein rechnerisch kämen damit nur noch die Grünen als Koalitionspartner für die Union infrage. Auf der anderen Seite hätte eine Ampel-Koalition eine Mehrheit, Grün-Rot-Rot hätte genauso viele Stimmen wie Union, FDP und AfD zusammen.

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"Nach Beginn der Pandemie hat die CDU über Monate von der Stunde der Exekutive profitiert", sagte der Politikwissenschaftler Herfried Münkler der "Bild am Sonntag". "Aber das war ein Vorschuss, der bei Nichteinlösung des Erwarteten auch wieder einkassiert wird." Als Gründe für die Umfrageverluste der Union gelten Korruptionsvorwürfe gegen mehrere Abgeordnete von CDU und CSU sowie die wachsende Unzufriedenheit mit dem Corona-Management der Bundesregierung.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt mahnte angesichts der aktuellen Umfrage mehr Geschlossenheit in der Union an. "Je schwieriger die Umfragen, desto höher muss die Schlagzahl und umso besser die Mannschaftsleistung werden", sagte er der Zeitung.

Quelle: ntv.de, hvo/AFP

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