Politik

RTL/ntv-Trendbarometer Union stürzt auf 29 Prozent

Eine "Ehrenerklärung" sollte den Schaden begrenzen, aber so leicht lässt sich die Maskenaffäre nicht aus der Welt räumen. Und auch andere Faktoren belasten die Union. Um vier Prozentpunkte rauscht sie im RTL/ntv-Trendbarometer abwärts.

Seit heute steht nur noch die "2" vorne: Auf 29 Prozent Zustimmung fällt die Union im neuesten RTL/ntv-Trendbarometer, im Vergleich zur Vorwoche stürzt sie damit um vier Prozentpunkte abwärts. Anders als die herben Verluste der CDU bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz kann als Erklärung für diesen Absturz nicht die Strahlkraft von Konkurrenten - Malu Dreyer oder Winfried Kretschmann - bemüht werden. Das Umfragetief auf Bundesebene haben CDU und CSU wohl allein zu verantworten. Die Maskenaffäre fordert ihren Tribut.

Auf diesem Umfrage-Niveau stand die Union zum letzten Mal im Frühjahr 2020, vor dem ersten Lockdown. Doch von ihrem Sturz profitieren kann derzeit nur eine Partei: Die Grünen verbessern sich um drei Prozentpunkte auf 21 Prozent. Der SPD nützen die Unions-Verluste ebenso wenig wie FDP, Linke und AfD: Deren Werte bleiben gegenüber der Vorwoche unverändert. Lediglich die sonstigen kleineren Parteien können um einen Prozentpunkt zulegen.

Wenn jetzt der Bundestag neu gewählt werden würde, könnten die Parteien demnach mit folgendem Ergebnis rechnen: CDU/CSU 29 Prozent (Bundestagswahl 2017: 32,9%), SPD 16 Prozent (20,5%), FDP 8 Prozent (10,7%), Grüne 21 Prozent (8,9%), Linke 8 Prozent (9,2%), AfD 10 Prozent (12,6%). 8 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2%). Die Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt mit 22 Prozent beim selben Wert der Vorwoche.

Regierungsfähig wäre nur Schwarz-Grün

Die Schwäche der Union zeigt sich auch in ihrem Kompetenzwert. 27 Prozent trauen derzeit der CDU/CSU noch zu, mit den Problemen in Deutschland am besten fertig zu werden - das ist ein Verlust von drei Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche. Dennoch rangiert die Union weiterhin mit großem Abstand vor allen anderen: SPD und Grünen billigen je sieben Prozent politische Kompetenz zu. Acht Prozent setzen ihr Vertrauen in eine der anderen Parteien, 51 Prozent in gar keine Partei.

Ein neuer Bundestag käme derzeit auf 728 Abgeordnete. Die Mandatsverteilung: CDU/CSU 232, Grüne 165, SPD 126, FDP 63, Linke 63 und AfD 79 Abgeordnete. Die Grünen könnten gegenüber der Bundestagswahl 2017 mit 98 zusätzlichen Parlamentariern rechnen, alle anderen Parteien würden Mandate verlieren. Damit wäre nur Schwarz-Grün derzeit regierungsfähig. Durch die Verluste der Union würde es für die derzeitige Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD nun nicht mehr reichen.

Für eine regierungsfähige Mehrheit würde man in dem neuen Parlament 365 Mandate benötigen. Schwarz-Grün käme momentan auf 397 Mandate. Union und SPD hätten gemeinsam 358 Mandate, Grün-Rot-Rot sowie eine Ampel-Koalition (Grün-Rot-Gelb) kämen zusammen auf jeweils 354 Abgeordnete.

Unions-Anhänger ziehen Söder vor

In der Kanzlerfrage haben beide denkbaren Unions-Kandidaten gegenüber der Vorwoche jeweils einen Prozentpunkt eingebüßt. Allerdings erzielt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nach wie vor den höchsten Wert. Wenn die Bundesbürger ihren Kanzler direkt wählen könnten, würden sich derzeit 36 Prozent für einen Kanzlerkandidaten Söder entscheiden - sein möglicher Konkurrent Robert Habeck, Co-Parteichef der Grünen, käme auf 20 Prozent (plus zwei Prozentpunkte), SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz unverändert auf 15 Prozent.

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Würde die Union CDU-Parteichef Armin Laschet als Kanzlerkandidaten aufstellen, käme er derzeit auf 21 Prozent Zustimmung und läge damit einen Prozentpunkt hinter Habeck sowie einen Prozentpunkt vor Scholz. Habeck könnte gegenüber der Vorwoche einen Prozentpunkt zulegen, der Wert für Scholz bleibt unverändert.

Die Anhänger der CDU/CSU würden derzeit Söder den Vorzug geben vor Laschet: 73 Prozent der Unions-Anhänger würden sich für den CSU-Chef entscheiden, 47 Prozent für den CDU-Vorsitzenden. 49 Prozent der Wahlberechtigten in Bayern würden für Söder, 25 Prozent für Laschet stimmen. In Nordrhein-Westfalen wären 37 Prozent für Söder und 30 Prozent für Laschet.

Quelle: ntv.de, fni

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