Politik

Wer soll Kanzlerkandidat werden? Unions-Abgeordnete sammeln Unterschriften

Kommt es zur Kampfabstimmung um die Kanzlerkandidatur? Dieses Szenario fürchten anscheinend mehrere Abgeordnete der Union. Sie sammeln deshalb vorsorglich Unterschriften zur Frage: Söder oder Laschet? Die Umfragen sprechen eine eindeutige Sprache.

Abgeordnete der Unions-Bundestagsfraktion haben begonnen, Unterschriften für die Klärung der Kanzlerkandidatur am kommenden Dienstag zu sammeln. Die Liste wird nach "Spiegel"-Informationen vom Vorsitzenden des Europa-Ausschusses Gunther Krichbaum organisiert. "Wir hoffen auf eine einvernehmliche Lösung. Aber wenn die nicht kommt, muss am kommenden Dienstag in der Fraktion entschieden werden", sagte er dem Nachrichtenmagazin. "Die Fraktion ist das einzige Gremium, in dem CDU und CSU gemeinsam sitzen."

Krichbaum gilt als Unterstützer von CSU-Chef Markus Söder im Kampf um die Kanzlerkandidatur. Die Aktion wurde demnach am Donnerstagabend gestartet und geht auf mehrere Unions-Abgeordnete zurück. In der vergangenen Woche hatten 70 CDU-Abgeordnete bereits eine ähnliche Liste unterschrieben.

Votum als letzte Option im Machtkampf

Ein Votum in der Fraktion gilt als letzte Option im Machtkampf zwischen CDU-Chef Armin Laschet und Söder. Im Jahr 1979 gab es bereits einmal ein Votum über die Kanzlerkandidatur. Damals ging CSU-Chef Franz Josef Strauß als Sieger hervor.

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Auch der Hamburger CDU-Landeschef Christoph Ploß sprach sich im "Spiegel" dafür aus, die K-Frage notfalls in der Fraktion zu entscheiden. "Wenn sich Armin Laschet und Markus Söder bis zum Wochenende nicht über die Kanzlerkandidatur einigen, müssen wir in der Fraktionssitzung am Dienstag darüber abstimmen", forderte er.

In dem Machtkampf weiß der nordrhein-westfälische Ministerpräsident die Parteigremien auf seiner Seite. Der Rückhalt für Laschet bröckelt aber zunehmend: Mit Reiner Haseloff hatte sich am Donnerstag der CDU-Ministerpräsident auf die Seite von CSU-Chef Söder geschlagen. In Umfragen liegt der bayerische Ministerpräsident seit Wochen mit weitem Abstand vor Laschet.

Quelle: ntv.de, chr

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