Politik

Unter israelischer KontrolleEmirate planen Hochhaussiedlung in Gaza

25.02.2026, 19:40 Uhr
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Das Bauprojekt in Südgaza wäre der Beginn des Wiederaufbaus. (Foto: picture alliance / SIPA)

In der Nähe von Rafah auf israelisch kontrolliertem Gebiet im Gazastreifen soll eine Siedlung für zehntausende Palästinenser entstehen. Finanziers sind die Vereinigten Arabischen Emirate. Eine offizielle Bestätigung steht allerdings noch aus.

Ein Bauunternehmen aus dem Gazastreifen soll im Auftrag der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) eine Siedlung für Zehntausende vertriebene Palästinenser errichten. Das Projekt sei in einem Gebiet geplant, das unter der Kontrolle des israelischen Militärs stehe, sagten zwei israelische Regierungsvertreter und zwei palästinensische Geschäftsleute der Nachrichtenagentur Reuters.

Damit würde der Wiederaufbau beginnen, noch bevor sich Israel aus dem Küstengebiet zurückzieht. Dies gilt als zentraler Bestandteil des Friedensplans von US-Präsident Donald Trump. Allerdings müssen mehrere Punkte des Vorhabens noch konkretisiert und umgesetzt werden, darunter auch die Entwaffnung der bislang im Gazastreifen herrschenden radikal-islamischen Hamas.

Den Kreisen zufolge handelt es sich bei der beauftragten Firma um die Masoud & Ali Contracting Co (MACC), die bereits zahlreiche Großprojekte im Gazastreifen und im von Israel besetzten Westjordanland realisiert hat. Zusammen mit zwei ägyptischen Partnerfirmen soll MACC die Anlage nahe Rafah im Süden des Gazastreifens errichten.

Das Projekt, das von Diplomaten bereits als "Emirates City" bezeichnet wird, soll auf einer Fläche von rund 30 Hektar Zehntausende Menschen in mehrstöckigen Fertigbauten beherbergen. Ein Vertreter der VAE wollte die konkreten Pläne nicht bestätigen, betonte aber die Verpflichtung seines Landes, beim Wiederaufbau zu helfen. MACC lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Einbindung lokaler Arbeitskräfte könnte dazu dienen, die Ablehnung des Projektes aufzuweichen. Dies wäre für die Palästinenser in dem Küstengebiet "akzeptabler", da es Arbeitsplätze schaffe, sagte die aus dem Gazastreifen stammende Journalistin Reham Owda. Allerdings steht die israelische Genehmigung für das Vorhaben einem der Geschäftsleute zufolge noch aus. Zudem ist unklar, ob Palästinenser bereit wären, in einem von der israelischen Armee kontrollierten Gebiet zu leben.

Israel kontrolliert seit dem im Oktober beschlossenen brüchigen Waffenstillstand knapp über die Hälfte des weitgehend zerstörten Gazastreifens. Die meisten der zwei Millionen Palästinenser leben in dem übrigen Gebiet unter äußerst schwierigen Bedingungen.

Quelle: ntv.de, mau/rts

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