Politik

"Lüften ist das A und O" Unterrichtet werden soll mit Schal und Decke

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Schal, Mütze, eine Decke - und die Maske nicht vergessen.

(Foto: imago images/Patrick Scheiber)

Regelmäßiges Lüften soll in deutschen Schulen die Verbreitung des Coronavirus stoppen. Das habe im Herbst und Winter Konsequenzen für die Grundausstattung der Schüler, meint der Deutsche Philologenverband.

Schüler und Schülerinnen werden nach Angaben des Deutschen Philologenverbands in den kommenden Monaten in den Klassenzimmern häufig ihre Mützen, Schals und Jacken anbehalten und sich mit Decken warm halten müssen. Richtiges Lüften sei "das A und O", um das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus möglichst gering zu halten, sagte Verbandschefin Susanne Lin-Klitzing der "Bild"-Zeitung. "Für die kalten Monate werden jetzt Pullover, Schals und Decken zur Grundausstattung der Schülerinnen und Schüler gehören."

Lehrer und Schüler müssten auf das Zwiebelprinzip setzen und sollten "sich so dick anziehen und dann eventuell nach und nach ausziehen" können. Den Kultusministern warf Lin-Klitzing vor, zu spät mit den Planungen für die kalten Monate begonnen zu haben. "Sonst hätten die Schulen beispielsweise auch Plexiglasscheiben zwischen den Schülern aufstellen können."

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Lehrerverbands-Präsident Heinz-Peter Meidinger forderte unterdessen ein bundesweites Corona-Schulampel-System. Die in einigen Bundesländern geltende Regelung, ab 50 Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner auch im Klassenzimmer für ältere Schüler die Maskenpflicht vorzuschreiben, halte er für richtig. "Es ist allerdings traurig, dass sich manche Bundesländer so einem Corona-Schulampel-System weiter entziehen. Das heißt, sie weigern sich, die Hygieneschutzmaßnahmen an Schulen automatisch an das Infektionsgeschehen zu koppeln", sagte er der "Passauer Neuen Presse".

Zudem warnte Meidinger davor, dass sich die Schulen zu Corona-Hotspots entwickeln könnten. Corona-Infektionen würden jetzt auch von Schulen und Schülern ausgehen. "Die von manchen Politikern ständig wiederholte Behauptung, man brauche sich wegen des Infektionsgeschehens an Schulen keine Sorgen zu machen und die bislang wenigen Infektionen würden hauptsächlich von außen in die Schulen getragen, lässt sich aktuell nicht mehr aufrechterhalten", sagte Meidinger. Es gebe jetzt eine Reihe von Fällen in Deutschland, bei denen nicht nur Infektionen innerhalb der Schulen wahrscheinlich seien, sondern tatsächlich das Infektionsgeschehen sogar von Schulen und Schülern ausgehe.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa/AFP