Politik

Streiks im öffentlichen Dienst Unterstützung für Forderung nach mehr Geld

In etlichen Bundesländern legen Arbeitnehmer in Kitas, Kliniken und anderen öffentlichen Einrichtungen die Arbeit nieder. Obwohl das Leben einiger Bürger dadurch beeinträchtigt wird, stellt sich eine Mehrheit hinter die Forderung nach einem höheren Lohn.

Knapp zwei Drittel der Bundesbürger (63 Prozent) haben Verständnis für die Warnstreiks im öffentlichen Dienst. Das geht aus einer aktuellen Blitzforsa-Umfrage hervor, die im Auftrag von RTL und ntv erhoben wurde. Das gilt auch für Befragte, die damit rechnen müssen, dass sie von den Streiks in Kitas, Kliniken, Ämtern und anderen Einrichtungen betroffen sein werden. Ein Drittel (32 Prozent) hat kein Verständnis für die geplanten Streiks. Noch häufiger als der Durchschnitt äußern die Beamten (87 Prozent) sowie die Anhänger der SPD (84 Prozent) und der Linkspartei (80 Prozent), Verständnis für die Warnstreiks im öffentlichen Dienst zu haben.

27 Prozent der befragten Bürger gehen davon aus, dass sie selbst aufgrund der Warnstreiks mit Einschränkungen werden rechnen müssen. Vergleichsweise häufig geben dies die Befragten an, in deren Haushalt Kinder im Vorschulalter leben. Sieben von zehn Befragten erwarten für sich selbst keine Einschränkungen infolge des Streiks.

Bei der Frage nach der Angemessenheit der geforderten Lohnerhöhung im öffentlichen Dienst, halten 49 Prozent der Befragten eine Erhöhung um 4,8 Prozent für gerade angemessen. Das in dieser Höhe von Verdi geforderte Lohnplus halten nur acht Prozent in der Umfrage für zu niedrig. Als zu hoch empfinden die Forderung vor allem die Selbstständigen (57 Prozent) sowie die Anhänger von Union (50 Prozent) und FDP (49 Prozent).

Der Forderung, dass Pflegekräfte im öffentlichen Dienst ein höheres Lohnplus erhalten sollten als die anderen Beschäftigten im öffentlichen Dienst, stimmt eine Mehrheit von 78 Prozent zu. 18 Prozent stimmen dieser Forderung nicht zu.

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL am 21. September 2020 erhoben. Datenbasis: 1001 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte.

Quelle: ntv.de, fzö