Politik

Agrarprodukte und MedikamenteVenezuela soll laut Trump mit Öl-Einnahmen nur US-Produkte kaufen

08.01.2026, 08:15 Uhr
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Venezuela verpflichte sich, die USA zu seinem wichtigsten Geschäftspartner zu machen, behauptete Trump. (Foto: picture alliance / newscom)

Beim Angriff auf Venezuela argumentieren die USA mit dem Kampf gegen Drogen. Jetzt spricht Trump aber wiederholt über künftige Gewinne durch den Verkauf von Öl - und nennt Details über einen angeblichen Deal. Unterdessen zählt Venezuela die Todesopfer.

Den Angriff in Venezuela haben die USA mit dem Kampf gegen Drogen und der Festnahme von Staatschef Nicolás Maduro begründet, inzwischen scheint sich Präsident Donald Trump aber deutlich mehr für Öl zu interessieren. Den zweiten Tag in Folge äußerte sich Trump zu den künftigen Einnahmen aus dem Verkauf von Rohöl des südamerikanischen Landes. "Ich wurde soeben informiert, dass Venezuela mit dem Geld, das sie durch unseren neuen Öl-Deal bekommen, NUR amerikanische Produkte kaufen wird", schrieb er auf Truth Social.

Venezuela verpflichte sich, die USA zu seinem wichtigsten Geschäftspartner zu machen, behauptete Trump. Dies sei eine "sehr gute Sache" für die Menschen in Venezuela und in den Vereinigten Staaten. Mit den Öl-Einnahmen sollen Trump zufolge unter anderem US-Agrarprodukte, Medikamente, medizinische Geräte und Ausrüstung zur Verbesserung des venezolanischen Stromnetzes und der Energieanlagen gekauft werden. Die Regierung in Caracas reagierte zunächst nicht auf Trumps Äußerung.

Bei dem US-Angriff am Wochenende wurden nach venezolanischen Angaben rund 100 Menschen getötet. Etwa genau so viele seien bei dem "schrecklichen Angriff" verletzt worden, sagte Innenminister Diosdado Cabello. Die Opferzahl könne noch weiter ansteigen. Unter den Getöteten seien auch Zivilisten.

Venezolanische Behörden hatten zuvor von 24 bei dem Einsatz getöteten Soldaten gesprochen. Kuba bestätigte zudem den Tod von 32 seiner in Venezuela eingesetzten Sicherheitskräfte. Sie waren unter anderem als Leibwächter für die Sicherheit Maduros verantwortlich. Die US-Regierung hat öffentlich keine Opferzahl genannt. US-Medien berichteten unter Berufung auf informierte Beamte von insgesamt schätzungsweise 75 Toten.

Einige der getöteten venezolanischen Soldaten wurden am Mittwoch in Caracas mit militärischen Ehren beigesetzt. Fotos zeigten Särge, die von der venezolanischen Flagge bedeckt waren.

Die USA hatten zuvor angekündigt, den venezolanischen Öl-Verkauf "auf unbestimmte Zeit" in ihre Hand zu nehmen. Am Dienstag sagte Trump, Venezuela werde zwischen 30 und 50 Millionen Barrel (je 159 Liter) an sanktioniertem Öl an die USA liefern. Er selbst werde die Einnahmen aus dem Verkauf des Öls kontrollieren - "zum Wohl des venezolanischen Volkes und der Vereinigten Staaten".

Am Mittwoch kündigte die US-Regierung eine Lockerung von Sanktionen gegen Venezuela an. Ziel sei es, den Transport und den Verkauf venezolanischen Öls auf dem Weltmarkt zu ermöglichen. Welche Sanktionen genau gelockert werden sollen und wann, ging aus der Ankündigung nicht hervor. Venezuelas staatlicher Ölkonzern PDVSA bestätigte Gespräche mit den USA über den Verkauf von Erdöl.

Das Öl-Geschäft ist für Venezuelas Regierung die wichtigste Einnahme- und Devisenquelle. Die von Trump genannte Menge von 30 bis 50 Millionen Barrel entspräche etwa der venezolanischen Produktion von ein bis zwei Monaten.

Nach dem Angriff auf Venezuela hatte Trump auch seine Drohungen gegenüber dem Nachbarland Kolumbien und dessen Staatschef Gustavo Petro verschärft - mit dem Vorwurf, die Kokain-Produktion nicht ausreichend zu bekämpfen. Nun sprach Trump direkt mit Petro und kündigte ein Treffen im Weißen Haus an. Petro habe angerufen, um "die Drogen-Situation und andere Meinungsverschiedenheiten" zu erläutern, schrieb Trump. Es sei ihm eine große Ehre gewesen, mit Petro zu sprechen und er freue sich, ihn in "naher Zukunft" zu treffen. Einen genauen Zeitpunkt dafür nannte er nicht.

Maduro und seine Frau Cilia Flores wurden nach der Festnahme durch US-Kräfte in Caracas in die USA gebracht, wo ihnen in New York wegen angeblicher Drogendelikte der Prozess gemacht werden soll.

Quelle: ntv.de, are/dpa

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