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Drogenhandel mit Farc-Guerilla? Venezuelas Ex-Geheimdienstchef in U-Haft

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Carvajal soll so lange in U-Haft bleiben, bis die USA einen formellen Auslieferungsantrag gestellt haben (Archivbild).

(Foto: picture alliance / dpa)

Venezuelas ehemaliger Geheimdienstchef sitzt in Spanien in Untersuchungshaft. Hugo Carvajal wird vorgeworfen, mehrere Tonnen Kokain geschmuggelt zu haben. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe in den USA.

Der ehemalige Chef des venezolanischen Militärgeheimdienstes, Hugo Carvajal, sitzt nach seiner Festnahme in Spanien in Untersuchungshaft. Ein Richter ordnete nach Angaben aus spanischen Justizkreisen an, Carvajal solange in U-Haft zu behalten, bis die USA einen formellen Auslieferungsantrag gestellt haben. Carvajal wird von den USA beschuldigt, in den Handel mit Kokain verwickelt zu sein.

Bei einer Anhörung wies der Ex-General, der unter dem langjährigen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez Geheimdienstchef war, die Vorwürfe zurück. Er habe keine Verbindungen zum Drogenhandel und zur kolumbianischen Farc-Guerilla, sagte Carvajal nach Angaben von Justizvertretern vor Gericht. Er wehrt sich demnach gegen eine Auslieferung in die USA und verwies auf seine familiären Bindungen in Spanien.

Carvajal war am Freitag von der spanischen Polizei bei seinem Sohn in Madrid festgenommen worden. Nach Angaben des US-Justizministeriums wird Carvajal verdächtigt, am Schmuggel von mehr als fünf Tonnen Kokain in die USA beteiligt gewesen zu sein. Bei einer Verurteilung droht ihm demnach eine lebenslange Haftstrafe.

Maduro beschuldigt ihn des Verrats

Die USA werfen Carvajal schon seit langem vor, die Farc-Guerilla beim Drogenhandel unterstützt zu haben. Im Mai 2013 beschuldigte ihn ein Gericht in Florida, von 2004 bis 2010 für kolumbianische Drogenschmuggler gearbeitet zu haben. 2014 wurde er auf der niederländischen Karibik-Insel Aruba festgenommen, wo er damals Konsul war. Er berief sich aber auf seine diplomatische Immunität und kehrte nach Venezuela zurück.

Im Februar sorgte Carvajal für Aufsehen, als er sich auf die Seite des selbsternannten venezolanischen Übergangspräsidenten Juan Guaidó stellte. In einem Twitter-Video forderte er auch andere Militärs auf, sich "auf die richtige Seite der Geschichte zu stellen". Er war der bisher ranghöchste Armeeoffizier, der sich im Machtkampf in Venezuela gegen Präsident Nicolás Maduro stellte. Er wurde von Maduro daraufhin abgesetzt und des Verrats beschuldigt.

Quelle: n-tv.de, lri/AFP

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