Politik

Verbindungen nach China?Scotland Yard nimmt Mann von Politikerin wegen Spionageverdachts fest

04.03.2026, 18:50 Uhr
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Aufgrund der Verhaftungen hat die Polizei mehrere Untersuchungen durchgeführt. (Foto: picture alliance / dts-Agentur)

In London und Wales spürt die Polizei drei Männer auf, die für China spioniert haben sollen. Einer der Verdächtigen hat engen Kontrakt zum britischen Parlament. Die Sorge vor Spionage führte zuletzt zu Streit, denn in London soll eine chinesische "Super-Botschaft" entstehen.

Drei Männer sind in Großbritannien wegen des Verdachts der Spionage für China festgenommen worden. Die Verdächtigen im Alter von 39, 68 und 43 Jahren wurden von Beamten der Anti-Terror-Polizei in London und Wales aufgespürt, wie Scotland Yard mitteilte. Erst vor wenigen Wochen sorgte die Genehmigung der Regierung für die Errichtung einer riesigen chinesischen Botschaft in London wegen Sicherheitsbedenken für Wirbel.

Die drei Männer stehen der Polizei zufolge im Verdacht, im Auftrag des Geheimdiensts der kommunistischen Regierung Chinas spioniert zu haben. Sie befinden sich demnach weiter in Haft, auch mehrere Durchsuchungen wurden im Zuge der Festnahmen von den Beamten durchgeführt. Nähere Angaben zu den Umständen machte die Polizei zunächst nicht.

Einer der Festgenommenen, David Taylor, ist der Nachrichtenagentur PA zufolge der Ehemann der schottischen Labour-Abgeordneten Joani Reid. "Ich habe nie etwas gesehen, das mich vermuten lässt, dass mein Mann gegen das Gesetz verstoßen hat", sagte Reid. Sie sei nicht an den Geschäften ihres Mannes beteiligt und sei auch noch nie in China gewesen. "Soweit mir bekannt ist, habe ich als Abgeordnete nie chinesische Geschäftsleute, chinesische Diplomaten oder Regierungsangestellte getroffen", sagte sie laut PA. Das Unterhaus teilte mit, der Verdächtige habe keinen Zutritt zum Parlamentsgelände gehabt. Der britische Inlandsgeheimdienst MI5 hatte im November gewarnt, China versuche "Personen anzuwerben", die Zugang zu sensiblen Informationen über das Parlament und die britische Regierung haben.

Erst vor wenigen Wochen hatte die britische Regierung den Weg für eine umstrittene chinesische "Super-Botschaft" in London freigemacht. Der riesige Komplex wird auf dem Gelände des historischen Royal-Mint-Gebäudes errichtet, das sich zentral in der Nähe des Tower of London und neben dem Finanzviertel befindet. Vor allem wegen Sicherheitsbedenken ist das Projekt seit Jahren höchst umstritten. Kritiker fürchten, dass die chinesische Regierung den riesigen Komplex als Basis für Spionage nutzen könnte.

Großbritannien sei "zutiefst besorgt" über zunehmende "verdeckte Aktivitäten chinesischer, staatsnaher Akteure, die auf die britische Demokratie abzielen", sagte der Staatssekretär für Sicherheit, Dan Jarvis, im britischen Parlament. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, werde das "schwerwiegende Konsequenzen" haben, kündigte er an. Unklar blieb, ob er damit womöglich auf die anstehenden Kommunal- und Regionalwahlen in Großbritannien im Mai anspielte.

Quelle: ntv.de, mwa/AFP/dpa

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