Politik

Messerattacke in Chemnitz Verdächtiger legte gefälschte Dokumente vor

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Eine Frau legt am Tatort Blumen nieder.

(Foto: AP)

Drei Tage nachdem er in Chemnitz zugestochen haben soll, wird der Asylantrag des hauptverdächtigen Irakers abgelehnt. Medieninformationen zufolge legte er Papiere vor, bei denen es sich um "Totalfälschungen" handelt.

Eigentlich hätte der Hauptverdächtige des tödlichen Messerangriffs in Chemnitz längst nach Bulgarien abgeschoben werden sollen - doch die Behörden verpassten die Frist und mussten erneut über den Asylantrag entscheiden. Nun wird bekannt: Der 22-Jährige hat bei seinem Asylverfahren auch gefälschte Papiere vorgelegt. Der "Spiegel" berichtet unter Berufung auf Untersuchungen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf), dass es sich bei zwei vorgelegten Personaldokumenten des Irakers um "Totalfälschungen" handelt.

Der 22-Jährige war im Oktober 2015 über die Balkanroute nach Deutschland gekommen, hatte zuvor aber bereits in Bulgarien Asyl beantragt. Bei zwei Befragungen durch das Bamf sagte der Iraker laut "Spiegel", er habe aus seiner Heimat fliehen müssen, weil er dort in ein Mädchen verliebt gewesen und von dessen Vater und Onkel verprügelt und mit einem Messer verletzt worden sei.

Weil das Amt das für unglaubwürdig hielt, lehnte es den Asylantrag am 29. August 2018 ab. Drei Tage zuvor soll der 22-Jährige in Chemnitz zugestochen haben. Auch vorher war er schon straffällig geworden - unter anderem hatte er zwei anderen Flüchtlingen Pfefferspray ins Gesicht gesprüht. Zudem war der Mann laut "Spiegel" im Februar 2016 betrunken vor einen Schneepflug gerannt. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass er sich bei der Aktion das Leben nehmen wollte.

Der 22-Jährige wird nun verdächtigt, in der Nacht zum vergangenen Sonntag zusammen mit einem Syrer einen 35-jährigen Deutschen nach einem Streit erstochen zu haben. Nach der Tat zogen überwiegend rechte Demonstranten durch die Stadt, Ausländer wurden beleidigt und angegriffen.

Quelle: n-tv.de, ftü